Beim Text dieses Entwurfs des Radonschutzgesetzes handelt es sich um eine Abschrift. Sie wurde nach dem aktuellen Stand sorgfältig erstellt; gleichwohl sind Irrtümer und Fehler nicht ausgeschlossen. Verbindlich ist der amtliche, im offiziellen Amtsblatt veröffentlichte Text.  

(Radonschutzgesetz)

(Entwurf)

Das Bundesumweltministerium hat ein Radonschutzgesetz entworfen als Ergänzung des Strahlenschutzvorsorgegesetzes, das für den Zielwert 100 Bq pro m³ Maßnahmen für Neu- und Altbauten unter dem Aspekt der Vorsorge regeln soll.

Hierfür werden Radonverdachtsgebiete definiert, in denen aufgrund einer erhöhten Radonkonzentration im Untergrund mit erhöhten Radonkonzentrationen in Gebäuden zu rechnen ist.

Radonverdachtsgebiet
I:     20.000 Bq/m³ bis 40.000 Bq/m³
II:    40.000 Bq/m³ bis 100.000 Bq/m³
III:  über 100.000 Bq/m³ Radon in der Bodenluft
 

Bei Neubauten (Planung) sind dabei entsprechend den Verdachtsgebieten I, II, III bauliche Schutzmaßnahmen der Klasse I, II, III zu berücksichtigen. Die Planung hat so zu erfolgen, dass möglichst 100 Bq/m³ nicht überschritten werden. Dies gilt für alle Neubauten.

In bestehenden Gebäuden in Radon-Verdachtsgebieten der Klasse III ist grundsätzlich mit Radonkonzentrationen von mehr als 100 Bq/m³ zu rechnen, dort ist deshalb die Radonkonzentration zu messen, in den Verdachtsgebieten II ist unter bestimmten Umständen zu messen. Werden mehr als 100 Bq/m³ gemessen, so sind im Bereich von

100 - 400 Bq/m³ Sanierungszeiten von zehn Jahren,
400 - 1000 Bq/m³ Sanierungszeiten von fünf Jahren und
oberhalb von 1000 Bq/m³ Sanierungszeiten von drei Jahren

einzuhalten. Die Sanierung ist möglichst so durchzuführen, dass Werte unterhalb von 100 Bq/m³ erreicht werden. Dies gilt nur für Gebäude, die öffentlich genutzt oder anderen Personen zur Nutzung überlassen werden, also nicht für vom Eigentümer selbst genutzte Räume.

Quelle: http://www.bmu.de/strahlenschutz/doc/6402.php
© Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

Laut Pressemitteilung des Bayerischen Umweltministeriums vom 1. Februar 2005 stößt das geplante Radongesetz des Bundes auf breite Ablehnung der Länder: Bayern setzt bei der Verringerung der Radon-Gehalte in Wohnräumen auf gezielte Vor-Ort-Information und Aufklärung und lehnt mit breiter Ländermehrheit das vom Bund geplante gesetzliche Zwangsmodell ab. Dies teilte Bayerns Gesundheitsminister Werner Schnappauf heute in München als Ergebnis einer Abstimmung der unionsgeführten Länder und eines Bund-Ländergespräches mit. Schnappauf: "Eine Gesundheitsvorsorge bei Radon ist jedem Einzelnen möglich. Er muss dazu nur in die Lage versetzt werden, mögliche Radonbelastungen in Wohnräumen einzuschätzen und eventuell wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dagegen erteilen die Länder den Plänen von Bundesumweltminister Jürgen Trittin, mit einem Radongesetz bundesweit Bauherrn zu Messungen und Schutzmaßnahmen zu zwingen, eine klare Absage." Das bürokratische Ungetüm, so Schnappauf weiter, konterkariere darüber hinaus die Bestrebungen von Bund und Ländern zur Deregulierung und Entbürokratisierung. Zur Information seiner Bürgerinnen und Bürger hat das Bayerische Gesundheitsministerium eine Radonbroschüre bereit gestellt. Darüber hinaus sind unter http://www.stmugv.bayern.de/de/strahl/radon/index.htm Details über Radon-Messung, Radon-Verteilung in Gebäuden, Auswirkungen von Radon auf den Menschen sowie Bewertungen und Empfehlungen zu finden. Die betroffenen Fachverbände wie zum Beispiel Kommunale Spitzenverbände, die Wohnungswirtschaft und der Mieterbund wurden über eine Fachkonferenz informiert. Schnappauf: "Radongas birgt wie UV-Strahlung im Sonnenlicht ein ''natürliches'' Gesundheitsrisiko. Kein Mensch käme aber deshalb auf die Idee, im Hochsommer Ausgangssperren zu verordnen oder das Sonnenbaden zu verbieten."

 

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