Drucken

Enterohämorrhagische Escherichia–coli–Bakterien
Information für die Kindertagesstätten
Gefahr durch EHEC-Bakterien in Kindertagesstätten
Quelle: Bayerisches Gesundheitsministerium

Hier können Sie dieses Fenster wieder schließen

Was sind EHEC
Kolibakterien kommen natürlicherweise im Darm von Menschen und warmblütigen Tieren in großer Zahl vor. Im Stuhl finden sich pro Gramm stets mehrere Millionen dieser Keime. Sie gelten daher als Indikatoren für eine fäkale Verunreinigung von Lebensmitteln.
Eine besondere Gruppe der Kolibakterien stellen die sogenannten EHEC dar, die in der Regel im menschlichen Darm nicht zu finden sind. Das natürliche Reservoir für diese Keime sind Rinder und andere Wiederkäuer, bei denen die EHEC im Darm und Kot vorkommen können. Über diesen Weg können vom Tier stammende Lebensmittel verunreinigt werden.


Infektionswege
Als Hauptquellen für EHEC-Infektionen des Menschen sind anzusehen:

Welche Erkrankungen können durch EHEC ausgelöst werden
Die durch EHEC-Infektionen hervorgerufenen Erkrankungen verlaufen sehr unterschiedlich. Die Infektionen können symptomlos und unbemerkt bleiben. Erkrankungen äußern sich anfänglich praktisch immer als Durchfälle, die bei schwereren Verläufen mit blutigen Stühlen und schmerzhaften Unterleibskrämpfen einhergehen. Bedingt durch starke Bakteriengifte ("Verotoxine") kann es nach dem Abklingen der Durchfälle insbesondere bei Kindern und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem zu schweren Schädigungen von Blutzellen und Nieren kommen. Bei 6-8% der erkrankten Kinder, bevorzugt im Vorschulalter, entwickelt sich dabei das sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), das in etwa 10% der Fälle mit dem Tode endet.

Wie lassen sich EHEC-Infektionen in Kindertagesstätten verhindern
Für diese Einrichtungen gelten folgende Bestimmungen:

Bei Gemeinschaftsverpflegung ist zu beachten:

Rechtsgrundlagen
Regelungen des Infektionsschutzgesetzes zum Auftreten von EHEC in Verbindung mit Gemeinschaftseinrichtungen

Betretungsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen für Erkrankte oder Krankheitsverdächtige § 34 Abs. 1 Nr. 3 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).
Betretungsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen für Personen, die mit Erkrankten oder Krankheitsverdächtigen in häuslicher Gemeinschaft leben § 34 Abs. 3 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz (IfSG).
Betretungsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen für Personen die EHEC-Bakterien ausscheiden § 34 Abs. 2 Nr. 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).
Belehrungspflicht der Gemeinschaftseinrichtung gegenüber Mitarbeitern und Betreuten § 34 Abs. 5 Satz 2 Infektionsschutzgesetz (IfSG).
Meldepflicht von Mitarbeitern und Betreuten an die Gemeinschaftseinrichtung § 34 Abs. 5 Satz 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG).
Meldepflicht für Gemeinschaftseinrichtungen an das zuständige Gesundheitsamt § 34 Abs. 6 Satz 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Weiter Regelungen im Infektionsschutzgesetz zu EHEC

Meldepflichten bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod sowie beim Erregernachweis

§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. f des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
§ 6 Abs. 1 Nr. 2 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
§ 7 Abs. 1 Nr. 12a des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)

Vorschriften beim Umgang mit Lebensmittel

§ 42 Abs. 1 Nr. 1 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
§ 42 Abs. 2 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)