Meningokokken-Erkrankungen
(Merkblatt des RKI für Ärzte aktualisiert: Juni 2004, Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 11/1999)
Erreger

Meningokokken-Erkrankungen werden durch Neisseria meningitidis (Meningokokken) verursacht. Meningokokken sind gramnegative Diplokokken, die sich im Nasen-Rachen-Raum des Menschen ansiedeln und dort bei etwa 10 % der Bevölkerung ohne Anhalt für klinische Symptome nachweisbar sind. Bei den meisten Trägerisolaten handelt es sich um apathogene, nichtinvasive Meningokokken. Mit molekularen Typisierungsmethoden lassen sich von diesen Trägerisolaten hypervirulente Stämme abgrenzen, die in der Bevölkerung selten vorkommen, aber für fast alle Erkrankungsfälle verantwortlich sind.

Aufgrund der Zusammensetzung der Kapselpolysaccharide werden 12 Serogruppen unterschieden (A, B, C, X, Y, Z, 29E, W135, H, I, K, L). Die äußeren Membranproteine (OMP) der Klassen 2 und 3 (Porin B) bestimmen den Serotyp, diejenigen der Klasse 1 (Porin A) den Serosubtyp. Die Antigenformel eines Meningokokkenstammes ergibt sich aus Serogruppe : Serotyp : Serosubtyp (z. B. B:15:P1.7,16). Die serologische Bestimmung von Serotyp und Serosubtyp wird zunehmend durch molekulare Typisierungsverfahren z. B. auf der Basis der PorA- und FetA-Gene ersetzt.

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© Robert Koch - Institut

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