Meningokokken-Erkrankungen
(Merkblatt des RKI für Ärzte aktualisiert: Juni 2004, Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 11/1999)
Vorkommen

Meningokokken-Erkrankungen treten weltweit auf. Große Epidemien, bedingt in erster Linie durch Meningokokken der Serogruppe A, aber auch C und W 135, traten in den vergangenen Jahrzehnten überwiegend im Meningitisgürtel der Subsaharazone und in Asien auf. Sich langsamer entwickelnde Epidemien durch Meningokokken des Serotyps B wurden in den letzten Jahrzehnten in Europa (Island, Norwegen, Irland, Spanien), den USA, Mittelamerika und Neuseeland (letzterer noch andauernd) beobachtet.

In Europa und Nordamerika treten die Erkrankungen gehäuft im Winter und im Frühjahr auf. 30 bis 40 % der Erkrankungen sind in den ersten drei Monaten des Jahres zu verzeichnen.

In Industrieländern findet man Meningokokken-Erkrankungen in der Regel nur noch als Einzelerkrankung oder in Form von kleineren Ausbrüchen. Die jährliche Inzidenz in den Industrieländern beträgt derzeit 0,5 bis 5 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Die Serogruppen B und C überwiegen, wobei in den USA seit Ende der 80er Jahre der Anteil der durch die Serogruppe Y bedingten Erkrankungen von ca. 2 % auf etwa ein Drittel aller Meningokokken-Erkrankungen angestiegen ist.

In Deutschland wurden entsprechend der Meldepflicht nach IfSG 778 Erkrankungen für das Jahr 2001, 734 Erkrankungen für 2002 und 773 Erkrankungen für 2003 gemeldet. Die bundesweite Inzidenz beträgt etwa 0,9 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Es überwiegen Erreger der Serogruppe B (ca. 68 %), während andere Serogruppen (Gruppe C ca. 22 %, Gruppe W135 ca. 3%, Gruppe Y ca. 4 %) wesentlich seltener vertreten sind. In den Jahren 2002 und 2003 wurde ein Anstieg des Anteils der Serogruppe-C-Erkrankungen auf etwa 30 % beobachtet.

Eine Erkrankung kann in jedem Lebensalter vorkommen, jedoch findet man im Wesentlichen zwei Morbiditätsgipfel. Die höchste Inzidenz besteht mit etwa 15 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner im ersten Lebensjahr. Etwa 40 % der Erkrankungen treten im Alter bis zu fünf Jahren auf. Die Inzidenz im Jugendalter liegt noch um das Zwei- bis Dreifache über der Gesamtinzidenz.

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© Robert Koch - Institut

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