Meningokokken-Erkrankungen
(Merkblatt des RKI für Ärzte aktualisiert: Juni 2004, Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 11/1999)
Klinische Symptomatik

Meningokokken-Erkrankungen verlaufen in etwa der Hälfte der Fälle als purulente (eitrige) Meningitis. Etwa in einem Viertel der Fälle ist der Verlauf durch eine Sepsis gekennzeichnet, die bei 10–15 % der Erkrankungen als eine besonders schwere Form des septischen Schocks, als Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, auftreten kann, das durch eine sehr hohe Letalität gekennzeichnet ist. Ein Viertel der Erkrankten weist Mischformen auf.

Bei Meningokokken-Infektionen kommt es häufig nach einem kurzen Prodromalstadium mit uncharakteristischen Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum zu plötzlich auftretenden Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, Nackensteifigkeit und schwerstem Krankheitsgefühl. Kernig- und Brudzinski-Zeichen sind positiv. Weiterhin können neurologische Symptome wie Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Stupor bis zum Koma sowie Krampfanfälle oder Hirnnervenlähmungen auftreten. Bei etwa 75 % der Patienten bestehen makulo-papulöse oder petechiale Exantheme oder eine Purpura fulminans.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft weniger charakteristisch. Es können Fieber, Erbrechen, Reizbarkeit oder auch Schläfrigkeit, Krämpfe, Aufschreien sowie eine vorstehende oder harte Fontanelle auftreten. Die Nackensteifigkeit kann fehlen.

zurück zum Inhaltsverzeichnis des Merkblatts Meningokokken-Erkrankungen des RKI für Ärzte

© Robert Koch - Institut

zurück zum Seitenanfang
Fenster schließen