Meningokokken-Erkrankungen
(Merkblatt des RKI für Ärzte aktualisiert: Juni 2004, Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 11/1999)
Präventive Maßnahmen

Impfungen sind gegen Erreger der Serogruppen A, C, W135, Y mit einem tetravalentem Polysaccharid(PS)-Impfstoff möglich. Für die Serogruppe C (MenC) liegt zusätzlich ein konjugierter Impfstoff vor, der in einer Reihe von europäischen Ländern in die allgemeine Impfempfehlung aufgenommen wurde. Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut für folgende Gruppen gefährdeter Personen empfohlen (4.):

Gesundheitlich Gefährdete: Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion, insbesondere Komplement-/Properdindefekte, Hypogammaglobulinämie; Asplenie
  Impfung mit konjugiertem MenC-Impfstoff gefolgt von 4-valentem PS-Impfstoff nach 6 Monaten. Bei Kindern unter 2 Jahren kann nur mit dem konjugierten MenC-Impfstoff geimpft werden; die Impfung mit tetravalentem PS-Impfstoff sollte ab dem Alter von 2 Jahren unter Wahrung des Mindestabstands von 6 Monaten nachgeholt werden.
 
 Reisende in epidemische/hyperendemische Länder, besonders bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung; Entwicklungshelfer; dies gilt auch für Aufenthalte in Regionen mit Krankheitsausbrüchen und Impfempfehlung für die einheimische Bevölkerung (WHO- und Länderhinweise beachten)
  Impfung mit bivalentem/ tetravalentem Impfstoff.
 
 für Pilgerreisen nach Mekka ist als Voraussetzung für die Einreise nach Saudi-Arabien eine mindestens 10 Tage vorher erfolgte und nicht länger als 3 Jahre zurückliegende
  Impfung mit einem tetravalenten Impfstoff notwendig (s. Epid. Bull. 50/2003).
 
Schüler/Studenten vor Langzeit-Aufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder selektiver Impfung für Schüler/Studenten (Hintergrund: den Schülern/Studenten soll die Möglichkeit gegeben werden, einen dem Gastland vergleichbaren Impfstatus zu erlangen)
  Impfung mit konjugiertem MenC-Impfstoff
 
gefährdetes Laborpersonal (Arbeiten, bei denen N.-meningitidis-haltige Aerosole entstehen können!)
  Impfung mit konjugiertem MenC-Impfstoff, gefolgt von Impfung mit tetravalentem PSImpfstoff nach 6 Monaten.
 
  in Deutschland Personen im Umfeld bestimmter Ausbrüche oder bei regional gehäuftem Auftreten auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden
  Impfung mit einem Impfstoff, der mit der verursachenden Meningokokken-Serogruppe übereinstimmt.

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© Robert Koch - Institut

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