Pest - Überblick

Schutzanzug Pestarzt Marseille, Kupferstich 1725

Das natürliche Reservoir des Pesterregers, des Bakteriums Yersinia pestis, sind Nagetiere. Übertragen wird das Bakterium in erster Linie durch den Stich des Rattenflohs, der neben Ratten und anderen Nagetieren auch Haustiere und den Menschen befallen kann. In der Regel erkrankt ein Mensch, der von einem infizierten Rattenfloh gebissen wurde, an der sogenannten Beulenpest (Bubonenpest). Sie beginnt schlagartig mit Schüttelfrost, Fieber bis 40 °C, schwerem Krankheitsgefühl sowie starken Kopf- und Gliederschmerzen. Das Fieber bleibt während der gesamten Krankheit bestehen. Vor allem in den Leisten und in den Achselhöhlen kommt es zu ausgeprägten Schwellungen der Lymphknoten (Pestbeulen, Bubonen). Solche Patienten sind nicht infektiös, solange die Beulen geschlossen sind. Bei schweren Krankheitsverläufen gelangt das Bakterium in den Blutkreislauf und vermehrt sich dann in allen Organen – auch in der Lunge. Die so entstehende Lungenpest wird durch die massenhaft abgehusteten Bakterien zu einer neuen, gefährlichen Infektionsquelle. Die Tröpfcheninfektion ermöglicht dann eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch. Wer auf diesem Wege infiziert wird, entwickelt sofort eine Lungenpest, die rasch in eine Lungenentzündung mit Atemnot und blutigem Husten übergeht. Der dünnflüssige, blutige Auswurf kann schon nach kurzer Zeit massenhaft Pestbakterien enthalten. Beide Erscheinungsformen der Pest haben eine kurze Inkubationszeit von etwa zwei bis vier Tagen. Bei der Lungenpest – vor allem nach einer Infektion mit hohen Bakterienzahlen – sind aber auch Inkubationszeiten von weniger als 24 Stunden möglich. Vor allem im Frühstadium läßt sich die Pest gut mit Antibiotika behandeln. Eine überstandene Erkrankung hinterläßt eine langdauernde Immunität.

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