Salmonellose
(Merkblatt für Ärzte des RKI aktualisiert: Dezember 2002, Erstveröffentlichung im Bundesgesundheitsblatt 01/1997)
Behandlung

Bei gastroenteritischem Verlauf soll keine antibakterielle Chemotherapie erfolgen, da dadurch die Bakterienausscheidung verlängert werden kann. Normalerweise gilt es, nur den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Bei typhösem Verlauf oder Erkrankungen im ersten Lebensjahr ist auch wegen der Gefahr einer Absiedlung in andere Organe eine Chemotherapie indiziert. Dies gilt ebenfalls für durch schwere Grundkrankheiten wie Leukämie, AIDS, nach Organtransplantationen oder durch höheres Alter abwehrgeschwächte Personen. Bisher wurden Co-Trimoxazol (Erwachsene zweimal täglich zwei Tabletten) oder Ampicillin (Erwachsene täglich 3 - 4 g, Kinder 100 mg/kg) für die Therapie eingesetzt. Bei Erwachsenen können auch Fluorochinolone wie Ofloxacin (zweimal täglich 0,4 g) oder Ciprofloxacin (zweimal täglich 0,5 g) angewendet werden. Letztere Präparate können auch zur Behandlung von Ausscheidern eingesetzt werden, die nach klinischer Genesung oder auch ohne vorangegangene klinische Erkrankung Salmonellen länger als sechs Monate ausscheiden.

Im Zusammenhang mit einer Chemotherapie ist immer eine Resistenzbestimmung des Erregers erforderlich.

© Robert Koch - Institut


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