Tuberkulosesituation in Deutschland 1995

Aufklärung 1935

Quelle: Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose

1995 wurden in der Bundesrepublik Deutschland 12.198 neue Erkrankungsfälle an Tuberkulose registriert. Das entspricht bei einer Gesamtbevölkerung von 81.338.093 Menschen einer Inzidenz von 15/100.000. Gegenüber 1994 ist die Zahl weiterhin leicht rückläufig, es wurden 784 Fälle weniger registriert ( - 6%). Unter den Erkrankten waren 3.532 Ausländer, die Inzidenz liegt hier bei 50,5/100.000 in Deutschland lebende Ausländer. Auch hier ist eine leicht rückläufige Tendenz zu erkennen, es erkrankten 348 Ausländer weniger als 1994 ( - 9%). Die Inzidenz bei der einheimischen Bevölkerung lag bei 11,6/100.000, der Rückgang an Neuerkrankungen betrug hier 4,8% (436 Fälle weniger als 1994).

In die Diagnosegruppe 1.1 (Tuberkulose der Atmungsorgane mit Nachweis von Tuberkulosebakterien) fallen 6.871 Fälle, in die Diagnosegruppe 1.2 (Tuberkulose der Atmungsorgane ohne Nachweis von Tuberkulosebakterien) 3.454 Fälle und in die Diagnosegruppe 2 (Tuberkulose anderer Organe) 1.873 Fälle. Die Diagnosegruppe 1.1 umfaßt 56,3% der Fälle; seit 1992 liegt der Anteil über 50%.

Die einzelnen Tuberkuloseformen teilen sich auf Gesamtbevölkerung, Ausländer und Einheimische wie folgt auf. Bei der Tuberkulose der einheimischen Bevölkerung überwiegt der Anteil der Offen-Tuberkulösen mit 60%, die geschlossenen Formen machen 26,4% aus und die extrapulmonalen Formen 13,6%. Bei den Ausländern zeigt sich ein etwas anderes Bild. Von den 3.532 Fällen waren 48% offen, 33% geschlossen und 19% betrafen extrapulmonale Organe.

Insgesamt entfielen von den 6.871 Fällen mit offener Tuberkulose 75% (5.167) auf die einheimische Bevölkerung. Die Inzidenz der offenen Tuberkulose beträgt bei der deutschen Bevölkerung 7/100.000, bei den Ausländern 24/100.000 hier lebende Ausländer.

Wie schon im 21. Informationsbericht dargestellt, könnte der hohe Anteil der einheimischen Bevölkerung an den Offen-Tuberkulösen darauf hinweisen, daß hier vielfach nur noch die offenen Fälle gemeldet werden, während bei den Ausländern im Rahmen der Untersuchungen zur Erlangung einer Aufenthaltserlaubnis auch bei symptomfreien Personen pulmonale Veränderungen auffallen und gemeldet werden.

Bei den Offen-Tuberkulösen konnten bei 4.177 Fällen (58,6%) schon direkt im Sputum Tuberkulosebakterien nachgewiesen werden. Ein ähnlicher Prozentsatz zeigte sich auch in den Jahren zuvor. Dies sind die epidemiologisch wichtigen Fälle, da sie Ansteckungsquellen sind.

Der zahlenmäßig leichte Rückgang an Neuerkrankungen ist vorwiegend durch den Rückgang an geschlossenen Fällen bedingt. Die offenen und extrapulmonalen Fälle sind nur geringfügig zurückgegangen.

Das Verhältnis von Männern zu Frauen bei den Neuerkrankungen hat sich auch 1995 gegenüber den Vorjahren nicht geändert. Es erkranken etwa doppelt soviel Männer an Lungentuberkulose wie Frauen, bei den extrapulmonalen Formen haben die Frauen einen geringen Vorsprung.

Fast die Hälfte der extrapulmonalen Formen betrifft die peripheren Lymphknoten (46%), hier ist der Ausländeranteil mit 61% besonders hoch. Die zweithäufigste Form der extrapulmonalen Tuberkulose ist die Urogenitaltuberkulose (26,8%). An tuberkulöser Meningitis erkrankten 58 Personen, das sind 3,1% der Gesamtzahl an extrapulmonaler Tuberkulose, davon waren 5 Kinder.

Informationen zur Wiederzulassung in Schulen und Kindergärten nach Infektionen !

zurück zum Seitenanfang
zurück zur Übersicht der Tuberkulose in Deutschland
zurück zur Übersicht der Tuberkulose
zurück zu Infektionen A - Z

zurück zu Krankheiten A - Z

weiter zur Impfberatung
weiter zum Infektionsschutzgesetz