Typhus abdominalis
(Merkblatt für Ärzte des RKI aktualisiert: März 2001, Erstveröffentlichung im Bundesgesundheitsblatt 03/1998)
Allgemeines

Obwohl gegenwärtig Typhus und Paratyphus (typhoid fever, enteric fever) in den nördlichen Industriestaaten dank konsequenter hygienischer Maßnahmen und einer effektiven Antibiotikatherapie keine nennenswerten gesundheitspolitischen Probleme darstellen, sind die von Touristen und einreisenden Personen aus Endemiegebieten importierten Infektionen für die Bundesrepublik Deutschland von gesundheitspolitischer Bedeutung. Epidemiologisch bedeutungsvoll ist, dass durch unentdeckte Ausscheider eine Einschleppung dieser Keime und dadurch endemische Typhus-/Paratyphus-Infektketten oder sogar Ausbrüche auftreten können. Da viele der importierten Erreger Antibiotikaresistenzen aufweisen (bedingt durch häufigen und oft unkontrollierten Einsatz von Antibiotika in den Herkunftsgebieten), können zusätzlich ernste Therapieprobleme entstehen.

Da bestimmte Länder mit hoher Prävalenz und Inzidenz an Typhus/Paratyphus beliebte Reiseziele darstellen und das Krankheitsbild Typhus differentialdiagnostisch oft verkannt wird, ist auf eine optimale Expositionsprophylaxe zu achten (Einhaltung der notwendigen Vorsichtsmaßnahmen beim Verzehr von Lebensmitteln und Getränken) sowie eine prophylaktische Immunisierung vor Reisebeginn durchzuführen.

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© Robert Koch - Institut

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