Typhus abdominalis
(Merkblatt für Ärzte des RKI aktualisiert: März 2001, Erstveröffentlichung im Bundesgesundheitsblatt 03/1998)
Diagnose

Der Typhus/Paratyphus ist heute den meisten Ärzten unbekannt und wird vielfach diagnostisch auf Grund fehlender Erfahrungen mit einer Grippe oder Pneumonie verwechselt. Jede über 4 Tage anhaltende hochfieberhafte Erkrankung ohne zunächst feststellbaren Organbefund kann ein Typhus sein, besonders wenn Reisen in die typhusendemischen Länder Afrikas, Südostasiens oder Südamerikas erfolgt sind. Daher müssen sofort klinisch-chemische (Leukopenie) sowie klinisch-mikrobiologische (Typhusbakterien im Blut und Stuhl, Typhus-Antikörper) Untersuchungen veranlasst werden, um eine diesbezügliche Abklärung bzw. Bestätigung zu erhalten. Da der Erregernachweis anfangs nur aus der Blutkultur gelingt, viel später erst aus dem Stuhl, darüber hinaus die Typhusbakterien speziell geeignete Nährmedien und Anzüchtungsbedingungen brauchen, ist der für die Typhusdiagnose entscheidende mikrobiologische Nachweis oft nicht schnell erreichbar.

Nach Isolierung des S. Typhi-Stammes sollte neben der üblichen Meldung an die zuständigen Gesundheitsbehörden der Bakterienstamm für eine weitere laborgestützte epidemiologische Analyse an das NRZ für Salmonellen und andere Enteritiserreger am Robert Koch-lnstitut geschickt werden. Dort kann die Zugehörigkeit dieses Isolates zu bestimmten Epidemiestämmen mit Hilfe von Feintypisierungsmethoden bestimmt werden. Dies erlaubt ggf. auch eine Zuordnung zu in anderen Ländern vorkommenden Stämmen (Indizienbeweis).

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© Robert Koch - Institut

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