Typhus abdominalis
(Merkblatt für Ärzte des RKI aktualisiert: März 2001, Erstveröffentlichung im Bundesgesundheitsblatt 03/1998)
Verhütung und Bekämpfung

Verhütung der Übertragung in Lebensmittelbetrieben
Nach § 42 Abs. 1 IfSG dürfen Personen, die an Typhus erkrankt oder dessen verdächtig sind oder Salmonella Serovar Typhi ausscheiden, beim gewerbsmäßigen Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen der in Abs. 2 dieses Paragraphen aufgelisteten Lebensmittel nicht tätig sein oder beschäftigt werden, wenn sie dabei mit diesen in Berührung kommen. Dies gilt sinngemäß auch für Beschäftigte von Gaststätten, Kantinen, sowie weiteren Bereichen in und zur Gemeinschaftsverpflegung.

§ 43 IfSG regelt die erforderliche Belehrung und Ausstellung einer Bescheinigung durch das Gesundheitsamt für diesen Personenkreis.

Verhütung der Übertragung in Schulen und ähnlichen Gemeinschaftseinrichtungen inkl. Säuglingsheimen und Kindergärten
Nach § 34 Abs. 1 Nr. 18 IfSG dürfen Lehrer, Schüler, Schulbedienstete sowie Beschäftigte und Besucher weiterer Kindergemeinschaftseinrichtungen, die an Typhus erkrankt oder dessen verdächtig sind, diese Einrichtungen nicht besuchen und an deren Veranstaltungen nicht teilnehmen, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist.

Nach § 34 Abs. 2 Nr. 3 IfSG dürfen Lehrer, Schüler, Schulbedienstete sowie Beschäftigte und Besucher weiterer Kindergemeinschaftseinrichtungen, die Erreger von Salmonella typhi ausscheiden oder dessen verdächtig sind, diese Einrichtungen nicht besuchen.
Ausscheider von Salmonella Typhi können - falls eine antimikrobielle Therapie erfolglos bleibt - in Ausnahmefällen mit Zustimmung des Gesundheitsamtes und unter Beachtung vorgeschriebener Schutzmaßnahmen wieder zugelassen werden (§ 34 Abs. 2 Nr. 3 und Abs. 7 IfSG).

Nach § 34 Abs. 3 Nr. 14 IfSG dürfen Personen, in deren Wohngemeinschaft eine Erkrankung an Typhus oder der Verdacht einer derartigen Erkrankung aufgetreten ist Kindergemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen und an deren Veranstaltungen nicht teilnehmen, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist.

Personen, in deren Wohngemeinschaft eine Erkrankung an Typhus oder der Verdacht einer derartigen Erkrankung aufgetreten ist können in Ausnahmefällen mit Zustimmung des Gesundheitsamtes und unter Beachtung vorgeschriebener Schutzmaßnahmen wieder zugelassen werden (§ 34 Abs. 7 IfSG).

Weitere Hinweise enthält das Merkblatt "Wiederzulassung in Schulen und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen".

Verhütung der Übertragung bei anderen beruflichen Tätigkeiten
An Typhus Erkrankten, Krankheitsverdächtigen, Ansteckungsverdächtigen und Ausscheidern kann die Ausübung bestimmter beruflicher Tätigkeiten ganz oder teilweise untersagt werden (§ 31 IfSG).

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© Robert Koch - Institut

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