Paratyphus
(Ratgeber des RKI Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 40/2000)
Diagnostik

Typhus/Paratyphus werden vielfach mit einer Grippe oder bei Tropenrückkehrern mit einer Malaria verwechselt. Bei jeder über 4 Tage dauernden hochfieberhaften Erkrankung ohne zunächst feststellbaren Organbefund müssen diese Krankheiten in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden, insbesondere wenn Reisen in die Typhus-Endemiegebiete Afrikas, Südostasiens oder Südamerikas erfolgt sind.
Folgende Laborbefunde geben Hinweise:

Erregernachweis: Die beweisende Diagnostik des Typhus oder Paratyphus ist der Erregernachweis, der aus Blut, Knochenmark, Harn, Stuhl und Duodenalsekret erfolgen kann. Der Nachweis gelingt am sichersten mit kultureller Anzucht aus Blut im Stadium der Kontinua bei nicht antibiotisch behandelten Patienten. Stuhlkulturen sind in dieser Zeit häufig negativ, sie werden in etwa 75 % der Fälle in der 2.-3. Woche positiv. Die Übersendung isolierter Stämme an das NRZ für Salmonellen und andere bakterielle Enteritiserreger ist im Interesse der nationalen Surveillance wünschenswert.

Antikörpernachweis: Der einfachste Test ist die Bestimmung agglutinierender Antikörper gegen O- oder H-Antigene im Serum (Widal-Test). Dieser Test ist jedoch hinsichtlich der Sensitivität und Spezifität nicht ausreichend und nur in engem Zusammenhang mit einer klinisch oder epidemiologisch gesicherten Typhus-Infektion aussagekräftig. Titer ab 1:2000 oder ein 4-facher Titeranstieg können außerhalb der Endemiegebiete, z. B. in Deutschland, als serologischer Hinweis auf eine Infektion gewertet werden.

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© Robert Koch - Institut

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