Paratyphus
(Ratgeber des RKI Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 40/2000)
Therapie

Bei Typhus/Paratyphus muss mit schweren klinischen Krankheitsbildern gerechnet werden. Die Pflege der Patienten erfordert optimale hygienische Bedingungen, z. B. Unterbringung im Einzelzimmer, wirksame Händehygiene, Kitteltausch nach jedem Patienten. An Typhus/Paratyphus Erkrankte sollten in jedem Fall antibiotisch behandelt werden.

Besonders geeignet ist eine Therapie mit Ciprofloxacin (nur für Erwachsene) und mit Breitspektrum-Cephalosporinen über einen Zeitraum von 2 Wochen. Wegen zunehmender Resistenz in den Endemiegebieten sollten Erregerisolate antibiotisch getestet werden. Die klassische Therapie mit Chloramphenicol hat bei gleicher oder geringerer Wirksamkeit mehr mögliche Nebenwirkungen, so dass sie nicht mehr als Mittel der Wahl anzusehen ist. Geeignete Substanzen sind außerdem Trimethoprim-Sulfamethoxazol und ß-Lactam-Antibiotika. Eine adäquate antibakterielle Typhustherapie ist vor allem im frühen Stadium der Erkrankung sehr erfolgreich. Die Letalität liegt dann im allgemeinen unter 1 % und Komplikationen treten selten auf.

Durch den häufigen und oft sehr unkontrollierten Einsatz von Antibiotika ist es allerdings zu einer erheblichen Resistenzentwicklung unter S.-Typhi-Stämmen gekommen, so dass die Gefahr eines Versagens der Therapie zugenommen hat.

Zur Sanierung von Dauerausscheidern ist die Gabe von Ciprofloxacin über einen Zeitraum von 4 Wochen nicht immer ausreichend, bessere Ergebnisse erzielt man mit einer Kombinationstherapie von Ceftriaxon und Gentamicin (2 Wochen). Eine chirurgische Sanierung mittels Cholecystektomie ist heute im allgemeinen nicht mehr erforderlich.

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© Robert Koch - Institut

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