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Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 1996

(Interessante Auszüge aus dem 104. Band des Bayerischen Gesundheitsministeriums)

Bevölkerung

Im Jahr 1996 hat die Bevölkerungszahl in Bayern 12 Millionen überschritten. Der Zuwachs beruhte auf einem Wanderungsüberschuss von 44.338 Personen und einem Geburtenüberschuss von 6.047 (129.376 Lebendgeborene, 123.329 Gestorbene). Über eine Million Ausländer lebten in Bayern, das entspricht einem Anteil von 9,6 %. Bei den Geburten erreichte der Ausländeranteil 11,4 %. Noch höher war mit 12,8 % der Anteil der nichtehelich Geborenen.

Geburten

In Bayern betrug die Zahl der Lebendgeborenen bezogen auf 1000 Einwohner 10,8.

Am geburtenfreudigsten sind die drei „jungen" oberbayerischen Landkreise Erding (13,7), Freising (13,2) und Eichstätt (12,5).

Die wenigsten Kinder kamen im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel und in der niederbayerischen kreisfreien Stadt Passau (je 8,4) sowie in der oberfränkischen kreisfreien Stadt Bayreuth (8,7) zur Welt.

Sterbefälle

In Bayern betrug die Zahl der Gestorbenen bezogen auf 1000 Einwohner 10,3, im „jüngsten" Regierungsbezirk Oberbayern nur 9,6.

Noch mehr Menschen starben in Oberfranken im Landkreis Wunsiedel (14,1) und den kreisfreien Städten Hof (13,9) und Bamberg (13,4).

Am niedrigsten ist die Sterblichkeit in Oberbayern in den Landkreisen Freising (7,1) und Eichstätt (7,9), dazwischen liegt noch der mittelfränkische Landkreis Erlangen-Höchstadt (7,3).

Säuglingssterblichkeit

Die Säuglingssterblichkeit wird dargestellt durch die Zahl der im ersten Lebensjahr verstorbenen Säuglinge bezogen auf 1000 Lebendgeborene.

In Europa lagen 1995 Bayern (5,0) und auch noch Deutschland (5,3) im vorderen Mittelfeld. Die niedrigste Säuglingssterblichkeit war in den skandinavischen Ländern Finnland (3,9), Norwegen (4,0) und Schweden (4,1) zu verzeichnen, die höchste in den südlichen Ländern Portugal (7,5) und Griechenland (8,1).

In Deutschland (5,0) wies Bayern 1996 mit 4,4 die niedrigste Säuglingssterblichkeit aller Bundesländer auf, Hamburg mit 6,2 die höchste.

20 Jahre früher betrug diese in Bayern noch 17,3.

Todesursachen

Fast die Hälfte aller Sterbefälle beruhen auf Kreislaufkrankheiten (49,3 %), gefolgt von Krebs (22,1 %). Bei Männer am häufigsten war der Lungenkrebs (3.196 Gestorbene), bei Frauen der Brustkrebs (2.756). Fasst man jedoch bösartige Neubildungen von Magen und Darm einerseits und Harn- und Geschlechtsorganen andererseits zusammen, so liegen insgesamt diese beiden Gruppen an der Spitze (6.753 bzw. 5.192).

Die drittgrößte Todesursachengruppe waren Krankheiten der Atmungsorgane (7.981) mit 6,5 %.

Durch Selbstmord (1.974) starben mehr als im Straßenverkehr (1.427), durch Sturz (1.392) oder Mord und Totschlag (203).

Von den 1.334 Sterbefällen auf Grund infektiöser und parasitärer Krankheiten waren 138 auf eine Tuberkulose (einschließlich Spätfolgen) und 103 auf eine HIV-Infektion / AIDS-Erkrankung zurückzuführen.

Infektionskrankheiten

An der Spitze der gemeldeten Fälle stand die Salmonellose (15.542), gefolgt von den übrigen Formen der Enteritis infectiosa (infektiösen Darmentzündung) mit 10.319. Die nächsthäufige Infektionskrankheit war die Virushepatitis (2.894), die sich aufteilt in übrige Formen, vor allem Hepatitis C, (1.312), Hepatitis B (1.101) und A (481). Es folgen die aktive Tuberkulose insgesamt (1776), Meningitis (Hirnhaut- und Gehirnentzündung) insgesamt (525), Shigellenruhr (309) und Malaria (161).

Der (noch) rückläufige Trend bei der Tuberkulose wird verdeutlicht durch das Absinken der Inzidenz, d.h. der Zahl der Neuerkrankungen bezogen auf 100.000 Einwohner: 1970 (98), 1980 (55), 1990 (23) und 1996 (15). Bezogen auf Deutsche liegt die Inzidenz mit 12 noch niedriger gegenüber 40 bei Ausländern.

Krankenhäuser

Insgesamt gab es 1996 in Bayern 406 Krankenhäuser mit 83.163 Planbetten (aufgestellte Betten 85.609). Der Nutzungsgrad der Betten lag bei 81,5 Prozent, die Verweildauer betrug im Schnitt 11,2 Tage. An Personal gab es u.a. 15.246 hauptamtliche Krankenhausärzte, 47.010 Krankenschwestern/-pfleger, 5.800 Kinderkrankenschwestern/-pfleger (im Pflegedienst insgesamt 59.898), 1.853 Krankengymnasten/-innen, 797 Masseure/Medizin. Bademeister/-innen, 637 Sozialarbeiter/-innen, 586 Psychologen/-innen, im medizinisch-technischen Dienst insgesamt 20.994 Beschäftigte. Das gesamte nicht-ärztliche Personal betrug 135.315.

Ärzte, Zahnärzte und Apotheker

In freier Praxis waren insgesamt 19.910 Ärzte tätig (gegenüber 15.246 hauptamtlichen Krankenhausärzten und 508 im öffentlichen Gesundheitsdienst beschäftigten Ärzten). Dies entspricht 605 Einwohnern pro niedergelassenem Arzt. Die höchste Arztdichte bestand in den kreisfreien Städten Passau (265 Einwohner pro Arzt), Würzburg (272), Erlangen (287) und München (306). Die wenigsten niedergelassenen Ärzte gab es in den oberfränkischen Landkreisen Bayreuth (1.613 Einwohner pro Arzt), Bamberg (1.329) und Coburg (1.291).

Bei 8.471 Zahnärzten in freier Praxis kamen 1.422 Einwohner auf einen Zahnarzt.

Bei 3.397 öffentlichen Apotheken wurden 3.545 Einwohner von einer Apotheke versorgt. Außerhalb der Krankenhäuser waren 7.968 Apotheker tätig.