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Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 1997

(Interessante Auszüge aus dem 105. Band des Bayerischen Gesundheitsministeriums)

Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 1997

1.      Bevölkerung

Im Jahr 1996 hatte die Bevölkerungszahl in Bayern erstmals 12 Millionen überschritten. 1997 betrug sie 12.066.375 Einwohner. Der Zuwachs beruhte auf einem Wanderungsüberschuss von 13.430 Personen und einem Geburtenüberschuss von 9.076 (130.517 Lebendgeborene, 121.441 Gestorbene). Über eine Million Ausländer lebten in Bayern, das entspricht einem Anteil von 9,4 %. Bei den Geburten erreichte der Ausländeranteil 11,5 %. Noch höher war mit 13,7 % der Anteil der nichtehelich Geborenen.
 

2.      Geburten

In Bayern betrug die Zahl der Lebendgeborenen bezogen auf 1.000 Einwohner 10,8.
Der Landkreis Dachau lag mit 11,5 über, Garmisch-Partenkirchen mit 9,8 unter dem bayerischen Schnitt.
Am geburtenfreudigsten sind die „jungen“ oberbayerischen Landkreise Freising (13,7), Erding (12,8), Eichstätt und Neuburg-Schrobenhausen (je 12,3).
Die wenigsten Kinder kamen in den kreisfreien Städten Coburg (8,5) und Amberg (8,6) zur Welt.
 

3.      Sterbefälle

In Bayern betrug die Zahl der Gestorbenen bezogen auf 1.000 Einwohner 10,1, im „jüngsten“ Regierungsbezirk Oberbayern nur 9,5.
Der Landkreis Dachau entsprach mit 9,5 genau dem oberbayerischen Schnitt. Der überalterte Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt mit 11,9 deutlich darüber.
Noch mehr Menschen starben in Oberfranken im Landkreis Wunsiedel (14,9) und den kreisfreien Städten Hof (13,9) und Coburg (13,7).
Am niedrigsten ist die Sterblichkeit in den Landkreisen Freising (6,7) und Erlangen-Höchstadt (7,8).
 

4.      Säuglingssterblichkeit

Die Säuglingssterblichkeit wird dargestellt durch die Zahl der im ersten Lebensjahr verstorbenen Säuglinge bezogen auf 1.000 Lebendgeborene.
In Deutschland (Sterbeziffer 4,9) lag Bayern im Jahr 1997 mit 4,5 hinter Baden-Württemberg, Berlin und Sachsen zusammen mit Hessen an vierter Stelle. Das Saarland löste Hamburg als Schlusslicht ab.
In Europa lagen im Jahr 1996 Bayern (4,4) und auch noch Deutschland (5,0) im vorderen Mittelfeld. Die niedrigste Säuglingssterblichkeit war in den skandinavischen Ländern Finnland (3,9) und Schweden (4,0) zu verzeichnen, die höchste in den südlichen Ländern Portugal (6,9) und Griechenland (8,1).
 

5.      Todesursachen

Fast die Hälfte der 121.441 Sterbefälle beruhen auf Kreislaufkrankheiten (59.650 entspricht 49,1 %), gefolgt von Krebs (27.242 entspricht 22,4 %). Bei Männer am häufigsten war der Lungenkrebs (3.250 Gestorbene), bei Frauen der Brustkrebs (2.605). Fasst man jedoch bösartige Neubildungen von Magen und Darm einerseits und Harn- und Geschlechtsorganen andererseits zusammen, so liegen insgesamt diese beiden Gruppen an der Spitze (6.543 bzw. 5.163). Die drittgrößte Todesursachengruppe waren Krankheiten der Atmungsorgane (7.763) mit 6,4 %.
Durch Selbstmord (1.999) starben mehr als im Straßenverkehr (1.365), durch Sturz (1.248) oder Mord und Totschlag (211).
Von den 1.417 Sterbefällen aufgrund infektiöser und parasitärer Krankheiten waren je 119 auf eine Tuberkulose (einschließlich Spätfolgen) bzw. HIV-Infektion/AIDS-Erkrankung zurückzuführen.
 

6.      Infektionskrankheiten

An der Spitze der gemeldeten Fälle stand die Salmonellose (17.239), gefolgt von den übrigen Formen der Enteritis infectiosa (infektiösen Darmentzündung) mit 11.486. Die nächsthäufige Infektionskrankheit war die Virushepatitis (2.769), die sich aufteilt in übrige Formen, vor allem Hepatitis C, (1.304), Hepatitis B (1.042) und A (423). Es folgen die aktive Tuberkulose insgesamt (1.687), Meningitis (Hirnhaut-/Gehirnentzündung) insgesamt (787 – damit ein Anstieg gegenüber 1996 um 50 Prozent!), Shigellenruhr (346) und die durch Tropenreisen importierte Malaria (170).
Der (noch) rückläufige Trend bei der Tuberkulose wird verdeutlicht durch das Absinken der Inzidenz, d.h. der Zahl der Neuerkrankungen bezogen auf 100.000 Einwohner: 1970 (98), 1980 (55), 1990 (23) und 1997 nur noch (14). Bezogen auf Deutsche liegt die Inzidenz mit 11 noch niedriger gegenüber 39 bei Ausländern.
 

7.      Krankenhäuser

Insgesamt gab es 1997 in Bayern 407 Krankenhäuser mit 82.266 Planbetten (aufgestellte Betten 84.686). Der Nutzungsgrad der Betten lag bei 82,4 Prozent, die Verweildauer betrug im Schnitt 10,9 Tage. An Personal gab es u.a. 15.441 hauptamtliche Krankenhausärzte, 47.493 Krankenschwestern/-pfleger, 5.829 Kinderkrankenschwestern/-pfleger (im Pflegedienst insgesamt 59.986), 2.054 Krankengymnasten/-innen, 774 Masseure und medizin. Bademeister/-innen, 659 Sozialarbeiter/-innen, 597 Psychologen/-innen, im medizinisch-technischen Dienst insgesamt 21.335 Beschäftigte. Das gesamte nicht-ärztliche Personal betrug 134.772.
 

8.      Ärzte und Apotheker

In freier Praxis waren insgesamt 20.142 Ärzte tätig (gegenüber 15.441 hauptamtlichen Krankenhausärzten und 527 Ärzten der Gesundheitsämter). Dies entspricht 599 Einwohnern pro niedergelassenem Arzt. Die höchste Arztdichte bestand in den kreisfreien Städten Würzburg (304 Einwohner pro Arzt), München (317) und Regensburg (332).
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist ebenfalls überdurchschnittlich gut versorgt (469), Dachau liegt dagegen bei 710 Einwohnern.
Die wenigsten niedergelassenen Ärzte gab es in den unterfränkischen Landkreisen Aschaffenburg (1.173 Einwohner pro Arzt), und Schweinfurt (1.163) sowie in den oberfränkischen Landkreisen Bayreuth (1.139) und Coburg (1.121).
Bei 3.412 öffentlichen Apotheken wurden 3.536 Einwohner von einer Apotheke versorgt. Im Landkreis Dachau entfielen 3.903, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hingegen nur 2.683 Einwohner auf eine Apotheke. Außerhalb Krankenhäusern waren 7.999 Apotheker tätig.