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Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 1998

(Interessante Auszüge aus dem 106. Band des Bayerischen Gesundheitsministeriums)

Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 1998

1.      Bevölkerung

 Im Jahr 1996 hatte die Bevölkerungszahl in Bayern erstmals 12 Millionen überschritten. 1998 betrug sie 12.086.548 Einwohner. Der Zuwachs beruhte auf einem Wanderungsüberschuss von 14.091 Personen und einem Geburtenüberschuss von 6.082 (126.529 Lebendgeborene, 120.447 Gestorbene). Über eine Million Ausländer lebten in Bayern, das entspricht einem Anteil von 9,2 %. Bei den Geburten erreichte der Ausländeranteil 11,2 %. Noch höher war mit 15,2 % der Anteil der nichtehelich Geborenen.
 

2.      Geburten 

In Bayern betrug die Zahl der Lebendgeborenen bezogen auf 1.000 Einwohner 10,5.
Der Landkreis Dachau lag mit 12,2 über, Garmisch-Partenkirchen mit 10,5 genau im bayerischen Schnitt.
Am geburtenfreudigsten sind die „jungen“ oberbayerischen Landkreise Freising (13,2) und Erding (12,8).
Die wenigsten Kinder kamen im Landkreis Wunsiedel (8,1) und der Stadt Passau (8,2) zur Welt.
 

3.      Sterbefälle 

In Bayern betrug die Zahl der Gestorbenen bezogen auf 1.000 Einwohner 10,0, im „jüngsten“ Regierungsbezirk Oberbayern nur 9,5.
Der Landkreis Dachau entsprach mit 9,5 genau dem oberbayerischen Schnitt. Der überalterte Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt mit 11,7 deutlich darüber.
Noch mehr Menschen starben in Oberfranken im Landkreis Wunsiedel (14,4) und in der Stadt Coburg (13,8).
Am niedrigsten ist die Sterblichkeit in den Landkreisen Freising (6,6) und Erlangen-Höchstadt (7,0).
 

4.      Säuglingssterblichkeit 

Die Säuglingssterblichkeit wird dargestellt durch die Zahl der im ersten Lebensjahr verstorbenen Säuglinge bezogen auf 1.000 Lebendgeborene.
In Deutschland (Sterbeziffer 4,7) lag Bayern im Jahr 1998 mit 4,3 hinter Brandenburg, Baden-Württemberg und Hamburg zusammen mit Rheinland-Pfalz an vierter Stelle. Thüringen (6,3) löste das Saarland als Schlusslicht ab.
In Europa lagen im Jahr 1997 Bayern (4,5) und auch noch Deutschland (5,9) im vorderen Mittelfeld. Die niedrigste Säuglingssterblichkeit war in den skandinavischen Ländern Schweden (3,6) und Finnland (3,9) zu verzeichnen, die höchste in den südlichen Ländern Portugal und Griechenland (je 6,4).
 

5.      Todesursachen 

Fast die Hälfte der 120.447 Sterbefälle beruhen auf Kreislaufkrankheiten (59.174 entspricht 49,1 %), rund ein Viertel auf Krebs (29.422 entspricht 24,4 %). Bei Männer am häufigsten war der Lungenkrebs (3.129 Gestorbene), bei Frauen der Brustkrebs (2.585). Fasst man jedoch bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane einerseits und Harn- und Geschlechtsorgane andererseits zusammen, so liegen insgesamt diese beiden Gruppen an der Spitze (10.239 bzw. 5.182). Die drittgrößte Todesursachengruppe waren Krankheiten der Atmungsorgane (7.607) mit 6,3 %.
Am plötzlichen Kindstod starben 72 Säuglinge.
Durch Selbstmord (1.942) starben mehr als durch Transportmittelunfälle (Verkehrsunfälle) (1.392), durch Sturz (1.028) oder tätliche Angriffe (Mord) (91).
Von den 1.315 Sterbefällen aufgrund infektiöser und parasitärer Krankheiten waren 132 auf eine Virushepatitis, 100 auf eine Tuberkulose (einschließlich Spätfolgen) und 86 auf eine HIV-Infektion/AIDS-Erkrankung zurückzuführen.
 

6.      Infektionskrankheiten 

An der Spitze der gemeldeten Fälle stand die Salmonellose (14.444), gefolgt von den übrigen Formen der Enteritis infectiosa (infektiösen Darmentzündung) mit 12.486. Die nächsthäufige Infektionskrankheit war die Virushepatitis (2.655), die sich aufteilt in übrige Formen, vor allem Hepatitis C (1.175), Hepatitis B (890) und A (590). Es folgen die aktive Tuberkulose insgesamt (1.612), Meningitis (Hirnhaut-/Gehirnentzündung) insgesamt (586), Shigellenruhr (287) und die durch Tropenreisen importierte Malaria (175).
Der (noch) rückläufige Trend bei der Tuberkulose wird verdeutlicht durch das Absinken der Inzidenz, d.h. der Zahl der Neuerkrankungen bezogen auf 100.000 Einwohner: 1970 (98), 1980 (55), 1990 (23) und 1998 nur noch (13). Bezogen auf Deutsche liegt die Inzidenz mit 11 noch niedriger gegenüber 37 bei Ausländern.
 

7.      Krankenhäuser 

Insgesamt gab es 1998 in Bayern 409 Krankenhäuser mit 81.479 Planbetten (aufgestellte Betten 84.230). Der Nutzungsgrad der Betten lag bei 83,3 Prozent, die Verweildauer betrug im Schnitt 10,6 Tage. An Personal gab es u.a. 15.928 hauptamtliche Krankenhausärzte, 48.459 Krankenschwestern/-pfleger, 5.919 Kinderkrankenschwestern/-pfleger (im Pflegedienst insgesamt 60.875), 2.122 Krankengymnasten/-innen, 787 Masseure und medizin. Bademeister/-innen, 700 Sozialarbeiter/-innen, 610 Psychologen/-innen, im medizinisch-technischen Dienst insgesamt 21.766 Beschäftigte. Das gesamte nicht-ärztliche Personal betrug 135.961.
 

8.      Ärzte und Apotheker 

In freier Praxis waren insgesamt 20.686 Ärzte tätig (gegenüber 15.928 hauptamtlichen Krankenhausärzten und 508 Ärzten der Gesundheitsämter). Dies entspricht 584 Einwohnern pro niedergelassenem Arzt. Die höchste Arztdichte bestand in den Städten Würzburg (296 Einwohner pro Arzt), München (306) und Regensburg (324).
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist ebenfalls überdurchschnittlich gut versorgt (468), Dachau liegt dagegen bei 713 Einwohnern.
Die wenigsten niedergelassenen Ärzte gab es in den unterfränkischen Landkreisen Aschaffenburg (1.109 Einwohner pro Arzt) und Schweinfurt (1.091) sowie im oberfränkischen Landkreis Bayreuth (1.087).
Bei 3.431 öffentlichen Apotheken wurden 3.523 Einwohner von einer Apotheke versorgt. Im Landkreis Dachau entfielen 3.944, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hingegen nur 2.776 Einwohner auf eine Apotheke. Außerhalb Krankenhäusern waren 7.894 Apotheker tätig.