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Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 1999

(Interessante Auszüge aus dem 107. Band des Bayerischen Gesundheitsministeriums)

Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 1999

1.      Bevölkerung

Im Jahr 1996 hatte die Bevölkerungszahl in Bayern erstmals 12 Millionen überschritten. 1999 betrug sie 12.154.967 Einwohner. Der Zuwachs beruhte auf einem Wanderungsüberschuss von 64.694 Personen und einem Geburtenüberschuss von 3.725 (123.244 Lebendgeborene, 119.519 Gestorbene). Über eine Million Ausländer lebten in Bayern, das entspricht einem Anteil von 9,2 %. Bei den Geburten erreichte der Ausländeranteil 10,9 %. Noch höher war mit 17,0 % der Anteil der nichtehelich Geborenen (der höchste Wert seit 1950).
 

2.      Geburten 

In Bayern betrug die Zahl der Lebendgeborenen bezogen auf 1.000 Einwohner 10,2.
Der Landkreis Dachau lag mit 10,8 über, Garmisch-Partenkirchen mit 9,8 unter dem bayerischen Schnitt.
Am geburtenfreudigsten sind die „jungen“ oberbayerischen Landkreise Erding (12,9) und Freising (12,5).
Die wenigsten Kinder kamen im Landkreis Wunsiedel (8,0) und den Städten Hof (8,1), Coburg, Würzburg und Passau (je 8,2) zur Welt.
 

3.      Sterbefälle

In Bayern betrug die Zahl der Gestorbenen bezogen auf 1.000 Einwohner 9,9, im „jüngsten“ Regierungsbezirk Oberbayern nur 9,3.
Der Landkreis Dachau lag mit 9,0 unter dem oberbayerischen Schnitt. Der überalterte Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt mit 11,8 deutlich darüber.
Noch mehr Menschen starben in Oberfranken im Landkreis Wunsiedel (14,2) und in der Stadt Hof (13,3).
Am niedrigsten ist die Sterblichkeit in den Landkreisen Freising (6,5) und Erlangen-Höchstadt (7,4).
 

4.      Säuglingssterblichkeit 

Die Säuglingssterblichkeit wird dargestellt durch die Zahl der im ersten Lebensjahr verstorbenen Säuglinge bezogen auf 1.000 Lebendgeborene.
In Deutschland (Sterbeziffer 4,5) lag Bayern im Jahr 1999 mit 4,2 hinter Bremen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt zusammen mit Sachsen an fünfter Stelle. Das Saarland (6,3) löste Thüringen als Schlusslicht ab.
In Europa lagen im Jahr 1998 Bayern (4,3) und Deutschland (4,7) im Vorderfeld. Die niedrigste Säuglingssterblichkeit war in den skandinavischen Ländern Schweden (3,5) und Finnland (4,2) zu verzeichnen, die höchste in den südlichen Ländern Portugal (6,0) und Griechenland (6,8).
 

5.      Todesursachen 

Fast die Hälfte der 119.519 Sterbefälle beruhen auf Kreislaufkrankheiten (58.148 entspricht 48,7 %), rund ein Viertel auf Krebs (29.466 entspricht 24,7 %). Bei Männer am häufigsten war der Lungenkrebs (3.243 Gestorbene), bei Frauen der Brustkrebs (2.588). Fasst man jedoch bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane einerseits und Harn- und Geschlechtsorgane andererseits zusammen, so liegen insgesamt diese beiden Gruppen an der Spitze (10.286 bzw. 4.899). Die drittgrößte Todesursachengruppe waren Krankheiten der Atmungsorgane (7.673) mit 6,4 %.
Am plötzlichen Kindstod starben 65 Säuglinge.
Durch Selbstmord (1.881) starben mehr als durch Transportmittelunfälle (Verkehrsunfälle) (1.364), durch Sturz (1.033) oder tätliche Angriffe (Mord) (98).
Von den 1.407 Sterbefällen aufgrund infektiöser und parasitärer Krankheiten waren 176 auf eine Virushepatitis, 98 auf eine Tuberkulose (einschließlich Spätfolgen) und 85 auf eine HIV-Infektion/AIDS-Erkrankung zurückzuführen.
 

6.      Infektionskrankheiten 

An der Spitze der gemeldeten Fälle stand die Salmonellose (12.253), gefolgt von den übrigen Formen der Enteritis infectiosa (infektiösen Darmentzündung) mit 10.930. Die nächsthäufige Infektionskrankheit war die Virushepatitis (2.477), die sich aufteilt in übrige Formen, vor allem Hepatitis C, (1.209), Hepatitis B (814) und A (454). Es folgen die aktive Tuberkulose insgesamt (1.443), Meningitis (Hirnhaut-/Gehirnentzündung) insgesamt (575), Shigellenruhr (244) und die durch Tropenreisen importierte Malaria (185).
Der (noch) rückläufige Trend bei der Tuberkulose wird verdeutlicht durch das Absinken der Inzidenz, d.h. der Zahl der Neuerkrankungen bezogen auf 100.000 Einwohner: 1970 (98), 1980 (55), 1990 (23) und 1999 nur noch (12). Bezogen auf Deutsche liegt die Inzidenz mit 9 noch niedriger gegenüber 37 bei Ausländern.
 

7.      Krankenhäuser

Insgesamt gab es 1999 in Bayern 405 Krankenhäuser mit 81.040 Planbetten (aufgestellte Betten 83.718). Der Nutzungsgrad der Betten lag bei 83,7 Prozent, die Verweildauer betrug im Schnitt 10,4 Tage. An Personal gab es u.a. 16.309 hauptamtliche Krankenhausärzte, 49.131 Krankenschwestern/-pfleger, 5.747 Kinderkrankenschwestern/-pfleger (im Pflegedienst insgesamt 61.283), 2.169 Krankengymnasten/-innen, 738 Masseure und medizin. Bademeister/-innen, 717 Sozialarbeiter/-innen, 593 Psychologen/-innen, im medizinisch-technischen Dienst insgesamt 21.805 Beschäftigte. Das gesamte nichtärztliche Personal betrug 136.368.
 

8.      Ärzte und Apotheker 

In freier Praxis waren insgesamt 21.085 Ärzte tätig (gegenüber 16.309 hauptamtlichen Krankenhausärzten und 498 Ärzten der Gesundheitsämter). Dies entspricht 576 Einwohnern pro niedergelassenem Arzt. Die höchste Arztdichte bestand in den Städten Würzburg (298 Einwohner pro Arzt), München (301) und Regensburg (319).
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist ebenfalls überdurchschnittlich gut versorgt (490), Dachau liegt dagegen bei 696 Einwohnern.
Die wenigsten niedergelassenen Ärzte gab es in den oberfränkischen Landkreisen Bayreuth (1.123 Einwohner pro Arzt) und Coburg (1.099) sowie im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg (1.086).
Bei 3.426 öffentlichen Apotheken wurden 3.548 Einwohner von einer Apotheke versorgt. Im Landkreis Dachau entfielen 3.999, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hingegen nur 2.973 Einwohner auf eine Apotheke. Außerhalb Krankenhäusern waren 8.174 Apotheker tätig.