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Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 2000

(Interessante Auszüge aus dem 108. Band des Bayerischen Gesundheitsministeriums)

Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 2000

1.      Bevölkerung

Im Jahr 1996 hatte die Bevölkerungszahl in Bayern erstmals 12 Millionen überschritten. Im Jahr 2000 nahm sie um 75.288 zu auf 12.230.255 Einwohner. Der Zuwachs beruhte auf einem Wanderungsüberschuss von 73.369 Personen und einem Geburtenüberschuss von 1.919 (120.765 Lebendgeborene, 118.846 Gestorbene). Über eine Million Ausländer lebten in Bayern, das entspricht einem Anteil von 9,26 %. Bei den Geburten erreichte der Ausländeranteil 10,96 %. Noch höher war mit 17,9 % der Anteil der nichtehelich Geborenen (der höchste Wert seit 1950).
 

2.      Geburten 

In Bayern betrug die Zahl der Lebendgeborenen bezogen auf 1.000 Einwohner 9,9.
Der Landkreis Dachau lag mit 10,2 über, Garmisch-Partenkirchen mit 9,8 knapp unter dem bayerischen Schnitt.
Am geburtenfreudigsten sind die „jungen“ oberbayerischen Landkreise Freising (11,9) und Erding (11,7).
Die wenigsten Kinder kamen in der Stadt Passau (7,7) und im Landkreis Wunsiedel (7,9) zur Welt.
 

3.      Sterbefälle

In Bayern betrug die Zahl der Gestorbenen bezogen auf 1.000 Einwohner 9,8, im „jüngsten“ Regierungsbezirk Oberbayern nur 9,1.
Der Landkreis Dachau lag mit 8,5 unter dem oberbayerischen Schnitt.
Der überalterte Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt mit 12,3 deutlich darüber.
Noch mehr Menschen starben in Oberfranken im Landkreis Wunsiedel (14,3) und in der Stadt Hof (13,0).
Am niedrigsten ist die Sterblichkeit in den Landkreisen Freising (6,2), Fürstenfeldbruck und Erlangen-Höchstadt (je 7,4).
 

4.      Säuglingssterblichkeit 

Die Säuglingssterblichkeit wird dargestellt durch die Zahl der im ersten Lebensjahr verstorbenen Säuglinge bezogen auf 1.000 Lebendgeborene.
In Deutschland (Sterbeziffer 4,4) lag Bayern im Jahr 2000 mit 3,9 (das bisher günstigste Ergebnis) hinter Berlin, Brandenburg, Sachsen (je 3,7) und Baden-Württemberg (3,8) an fünfter Stelle.
In Europa lagen im Jahr 1999 Bayern (4,2) und Deutschland (4,5) im Vorderfeld. Die niedrigste Säuglingssterblichkeit war in Luxemburg (2,9) und den skandinavischen Ländern Schweden (3,4) und Finnland (3,6) zu verzeichnen, die höchste in Portugal (5,6) und dem Vereinigten Königreich (5,8).
 

5.      Todesursachen 

Fast die Hälfte der 118.846 Sterbefälle beruhen auf Kreislaufkrankheiten (56.945 entspricht 47,9 %), ein Viertel auf Krebs (29.703 entspricht 25,0 %). Bei Männer am häufigsten war der Lungenkrebs (3.543 Gestorbene), bei Frauen der Brustkrebs (2.562). Fasst man jedoch bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane einerseits und Harn- und Geschlechtsorgane andererseits zusammen, so liegen insgesamt diese beiden Gruppen an der Spitze (10.192 bzw. 5.024). Die drittgrößte Todesursachengruppe waren Krankheiten der Atmungsorgane (7.240) mit 6,1 %.
Am plötzlichen Kindstod starben 66 Säuglinge.
Durch Selbstmord (1.959) starben mehr als durch Transportmittelunfälle (Verkehrsunfälle) (1.413), durch Sturz (1.110) oder tätliche Angriffe (Mord) (87).
Von den 1.4487 Sterbefällen aufgrund infektiöser und parasitärer Krankheiten waren 173 auf eine Virushepatitis, 107 auf eine Tuberkulose (einschließlich Spätfolgen) und 70 auf eine HIV-Infektion/AIDS-Erkrankung zurückzuführen.
 

6.      Infektionskrankheiten 

An der Spitze der gemeldeten Fälle standen die übrigen Formen der Enteritis infectiosa (infektiösen Darmentzündung) (11.749), gefolgt von der Salmonellose (11.113). Die nächsthäufige Infektionskrankheit war die Virushepatitis (2.556), die sich aufteilt in übrige Formen, vor allem Hepatitis C (1.421), Hepatitis B (843) und A (292). Es folgen die aktive Tuberkulose insgesamt (1.337), Meningitis (Hirnhaut-/Gehirnentzündung) insgesamt (760), Shigellenruhr (215) und die durch Tropenreisen importierte Malaria (145).
Der (noch) rückläufige Trend bei der Tuberkulose wird verdeutlicht durch das Absinken der Inzidenz, d.h. der Zahl der Neuerkrankungen bezogen auf 100.000 Einwohner: 1970 (98), 1980 (55), 1990 (23) und 2000 nur noch (11). Bezogen auf Deutsche liegt die Inzidenz mit 9 noch niedriger gegenüber 35 bei Ausländern.
 

7.      Krankenhäuser 

Insgesamt gab es im Jahr 2000 in Bayern 406 Krankenhäuser mit 80.706 Planbetten (aufgestellte Betten 83.484). Der Nutzungsgrad der Betten lag bei 83,0 Prozent, die Verweildauer betrug im Schnitt 10,1 Tage. An Personal gab es u.a. 16.740 hauptamtliche Krankenhausärzte, 49.791 Krankenschwestern/-pfleger, 5.761 Kinderkrankenschwestern/-pfleger (im Pflegedienst insgesamt 61.836), 2.268 Krankengymnasten/-innen, 742 Masseure und medizin. Bademeister/-innen, 786 Sozialarbeiter/-innen, 655 Psychologen/-innen, im medizinisch-technischen Dienst insgesamt 22.571 Beschäftigte. Das gesamte nichtärztliche Personal betrug 137.944.
 

8.      Ärzte und Apotheker 

In freier Praxis waren insgesamt 21.519 Ärzte tätig (gegenüber 16.740 hauptamtlichen Krankenhausärzten und 475 Ärzten der Gesundheitsämter). Dies entspricht 568 Einwohnern pro niedergelassenem Arzt. Die höchste Arztdichte bestand in den Städten Würzburg (293 Einwohner pro Arzt) und München (299).
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist ebenfalls überdurchschnittlich gut versorgt (498), Dachau liegt dagegen bei 671 Einwohnern (profitiert aber von der Nähe zu München).
Die wenigsten niedergelassenen Ärzte gab es in den oberfränkischen Landkreisen Coburg (1.111 Einwohner pro Arzt) und Bayreuth (1.080).
Bei 3.431 öffentlichen Apotheken wurden 3.565 Einwohner von einer Apotheke versorgt.
Im Landkreis Dachau entfielen 4.048, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hingegen nur 2.886 Einwohner auf eine Apotheke.
Außerhalb von Krankenhäusern waren 8.208 Apotheker tätig.