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Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 2001

(Interessante Auszüge aus dem 109. Band des Bayerischen Gesundheitsministeriums)

Daten aus dem bayerischen Gesundheitswesen 2001

1.      Bevölkerung

Im Jahr 1996 hatte die Bevölkerungszahl in Bayern erstmals 12 Millionen überschritten. Im Jahr 2001 nahm sie um 99.459 zu auf 12.329.714 Einwohner. Der Zuwachs beruhte ausschließlich auf einem Wanderungsüberschuss von 101.425 Personen bei einem (erstmaligen) Geburtendefizit von 1.966 (115.964 Lebendgeborene, 117.930 Gestorbene). Über eine Million Ausländer lebten in Bayern, das entspricht einem Anteil von 9,43 %. Bei den Geburten erreichte der Ausländeranteil 9,98 %. Noch höher war mit 19,4 % der Anteil der nichtehelich Geborenen (der höchste Wert seit 1950).

 

2.      Geburten

In Bayern betrug die Zahl der Lebendgeborenen bezogen auf 1.000 Einwohner 9,4.
Der Landkreis Dachau lag mit 10,6 über, Garmisch-Partenkirchen mit 8,8 unter dem bayerischen Schnitt.
Am geburtenfreudigsten sind die „jungen“ oberbayerischen Landkreise Freising (11,3) und Ebersberg (11,1).
Die wenigsten Kinder kamen in den Städten Passau und Coburg (je 7,5) und in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Hof (je 7,7) zur Welt.

 

3.      Sterbefälle

In Bayern betrug die Zahl der Gestorbenen bezogen auf 1.000 Einwohner 9,6 - im „jüngsten“ Regierungsbezirk Oberbayern nur 9,0.
Der Landkreis Dachau lag mit 8,6 unter dem oberbayerischen Schnitt.
Der überalterte Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt mit 10,7 deutlich darüber.
Noch mehr Menschen starben in Oberfranken im Landkreis Wunsiedel (13,8) und in der Stadt Hof (13,5).
Am niedrigsten ist die Sterblichkeit in den Landkreisen Freising (6,7) und Fürstenfeldbruck (7,1).

 

4.      Säuglingssterblichkeit

Die Säuglingssterblichkeit wird dargestellt durch die Zahl der im ersten Lebensjahr verstorbenen Säuglinge bezogen auf 1.000 Lebendgeborene.
In Deutschland (Sterbeziffer 4,3) lag Bayern im Jahr 2001 mit 4,1 (das bisher zweitgünstigste Ergebnis) hinter Mecklenburg-Vorpommern (2,8), Berlin, Brandenburg, Sachsen (je 3,4), Baden-Württemberg (3,6) und Sachsen-Anhalt (4,0) an siebter Stelle der 16 Bundesländer.
In Europa lagen im Jahr 2000 Bayern (3,9) und Deutschland (4,4) im Vorderfeld. Die niedrigste Säuglingssterblichkeit war in den skandinavischen Ländern Schweden (3,0) und Finnland (3,8) zu verzeichnen, die höchste in Irland (5,9) und Griechenland (6,1).

 

5.      Todesursachen

Fast die Hälfte der 117.930 Sterbefälle beruhen auf Kreislaufkrankheiten (56.059 entspricht 47,5 %), ein Viertel auf Krebs (29.601 entspricht 25,1 %). Bei Männer am häufigsten war der Lungenkrebs (3.449 Gestorbene), bei Frauen der Brustkrebs (2.659). Fasst man jedoch bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane einerseits und der Harn- und Geschlechtsorgane andererseits zusammen, so liegen insgesamt diese beiden Gruppen an der Spitze (10.067 bzw. 5.113). Die drittgrößte Todesursachengruppe waren Krankheiten der Atmungsorgane (6.905) mit 5,9 %.
Am plötzlichen Kindstod starben 56 Säuglinge.
Durch Selbstmord (1.904) starben mehr als durch Transportmittelunfälle (Verkehrsunfälle) (1.372), durch Stürze (1.196) oder tätliche Angriffe (Mord) (73).
Von den 1.323 Sterbefällen aufgrund infektiöser und parasitärer Krankheiten waren 239 auf eine Virushepatitis (ohne Spätfolgen), 81 auf eine HIV/AIDS-Erkrankung und 78 auf eine Tuberkulose (ohne Spätfolgen) zurückzuführen.

 

6.      Infektionskrankheiten

An der Spitze der gemeldeten Fälle standen wie alle Jahre infektiöse Darmentzündungen durch Salmonellen (9.325), Campylobacter (5.512), Rotaviren (4.539), Giardien (616), Yersinien (602), Escherichia (509) und Noroviren (405).
Bei 2.223 gemeldeten Masernfällen lag die Inzidenzrate in Bayern mit 18 deutlich über der in Deutschland mit 7,3. An infektiösen Leberentzündungen fanden sich Hepatitis C (1.637), B (353), A (203) und E (3).
Die 1.092 gemeldeten Tuberkulose-Erkrankungen entsprechen einer Inzidenzrate von 8,9 (Deutschland 9,2). Der (noch) rückläufige Trend bei der Tuberkulose wird verdeutlicht durch das Absinken der Inzidenz, d.h. der Zahl der Neuerkrankungen bezogen auf 100.000 Einwohner, in den Zehnjahresabständen 1970 (98), 1980 (55), 1990 (23) und 2000 (11).
Weiter wurden der Häufigkeit nach gemeldet Influenza (299), HIV-Infektion (252), Malaria (189), EHEC (185 sowie 10 HUS/TTP), Shigellosen (182), Syphilis (150), FSME (111 von 256 in Deutschland) und invasive Meningokokken (93).
Es folgen Legionellosen (54), Kryptosporidiosen (48), Listeriosen (34), Hantavirus (29), Q-Fieber (25), CJK (17), Denguefieber (14), Paratyphus (14), Hämophilus influenzae (12), Typhus abdominalis (11) sowie Echinokokkosen (10).
Vereinzelt wurden gemeldet Konjunktivitis durch Adenoviren (8), Ornithosen (8), konnatale Toxoplasmose (7), Brucellosen (5) und Leptospirosen (4).
Je 1-mal traten auf Botulismus, Cholera, Lepra und Tularämie.
Erfreulicherweise gab es in Bayern keine einzige Meldung für Fleckfieber (Deutschland: 2), Hepatitis D (8), Hepatitis Non A-E (2), konnatale Röteln (1) und Trichinellose (5).
Weder in Bayern noch in Rest-Deutschland wurden gemeldet Diphtherie, Läuserückfallfieber, Milzbrand, Pest, Poliomyelitis, Tollwut sowie sonstiges VHF.

 

7.      Krankenhäuser

Insgesamt gab es im Jahr 2001 in Bayern 407 Krankenhäuser mit 80.219 Planbetten (aufgestellte Betten 83.138). Der Nutzungsgrad der Betten lag bei 82,0 Prozent, die Verweildauer betrug im Schnitt 9,8 Tage. An Personal gab es u.a. 17.087 hauptamtliche Krankenhausärzte, 50.384 Krankenschwestern/-pfleger, 5.649 Kinderkrankenschwestern/-pfleger (im Pflegedienst insgesamt 62.151), 2.283 Krankengymnasten/-innen, 726 Masseure und medizin. Bademeister/-innen, 754 Sozialarbeiter/-innen, 713 Psychologen/-innen, im medizinisch-technischen Dienst insgesamt 22.868 Beschäftigte. Das gesamte nichtärztliche Personal betrug 137.848.

 

8.      Ärzte und Apotheker

In freier Praxis waren insgesamt 21.717 Ärzte tätig (gegenüber 17.087 hauptamtlichen Krankenhausärzten und 374 hauptamtlichen Ärzten der Gesundheitsämter). Dies entspricht 565 Einwohnern pro niedergelassenem Arzt. Die höchste Arztdichte bestand in den Städten Würzburg (297 Einwohner pro Arzt) und München (299).
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist ebenfalls überdurchschnittlich gut versorgt (502), Dachau liegt dagegen bei 677 Einwohnern (profitiert aber von der Nähe zu München).
Die wenigsten niedergelassenen Ärzte gab es in den oberfränkischen Landkreisen Coburg (1.098 Einwohner pro Arzt) und Bayreuth (1.092) mit entsprechend höherer Arztdichte in den kreisfreien Städten.
Bei 3.423 öffentlichen Apotheken wurden 3.602 Einwohner von einer Apotheke versorgt.
Im Landkreis Dachau entfielen 3.863, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hingegen nur 2.914 Einwohner auf eine Apotheke.
Außerhalb von Krankenhäusern waren 8.217 Apotheker tätig.