Medroxy-Progesteron-Azetat
MPA-Rückstände
in
Getränken, Fleisch und Futtermitteln
Quelle: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft  12. Juli 2002

 

Aktueller Sachstand und weiteres Vorgehen

Anhand der von den belgischen und niederländischen Behörden gemeldeten Informationen über mögliche Rückstände von Medroxy-Progesteron-Acetat (MPA) in Futtermitteln, Fleisch und Getränken ergibt sich derzeit folgender aktueller Sachstand:

Getränke, bzw. Glukosesirup

Ein Verarbeiter in Rheinland-Pfalz hat im April und Mai 2002 über einen Getränkehersteller in Nordrhein-Westfalen rund 60 Tonnen Glusosesirup mit Ursprung "Bioland sugar liquids" erhalten. Die Behörden in Rheinland-Pfalz haben die komplette, noch nicht verarbeitete Charge sichergestellt und untersuchen derzeit Proben, die daraus gezogen wurden.

Fleisch

Die Lieferungen von ca. 7 500 Schweinen sind in den Ländern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen überprüft worden. Das Fleisch ist bereits verarbeitet worden, Proben konnten keine mehr genommen werden. Die am 11. Juli gemeldete Lieferung von Fleisch von weiteren ca. 2000 Schweinen aus Belgien nach Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird derzeit von diesen Ländern weiterverfolgt.

Futtermittel

Die am 2. Juli gemeldete Futtermittellieferung (Weizenquellwasser) nach Niedersachsen ist überprüft. Es fanden sich in zwei Proben jeweils ca. 0,2 mg/kg MPA. Im Fleisch von zwischenzeitlich geschlachteten Schweinen des Betriebes konnte kein MPA nachgewiesen werden. Die Betriebssperrung wurde aufgehoben.

Die am 9. Juli gemeldete Futtermittellieferung (Weizenstärke) nach Nordrhein-Westfalen wird derzeit überprüft, der belieferte Betrieb ist gesperrt und nach dem Fleischhygienegesetz unter Kontrolle.

Die am 11. Juli in Nordrhein-Westfalen identifizierten Betriebe, die möglicherweise mit MPA belastete Melasse aus den Niederlanden zu Futtermitteln verarbeitet haben, sind gesperrt, die dort gezogenen Proben werden derzeit untersucht.

Mit den Bundesländern hat sich das Bundesverbraucherministerium auf folgendes Vorgehen verständigt: Futtermittelbetriebe, die möglicherweise belastete Melasse verarbeitet haben, sollen zunächst gesperrt werden. Rohstoffe sowie die daraus hergestellten Futtermittel werden untersucht. Bei positiven Befunden werden die damit belieferten landwirtschaftlichen Betriebe gesperrt, die Schlachttiere untersucht und nur bei negativen Befunden freigegeben.

Das Bundesverbraucherministerium informiert die Fleischwirtschaft über dieses Vorgehen, damit diese ihren Sorgfaltspflichten nachkommen kann.

In einer Experten-Sitzung in Brüssel haben sich heute Vertreter der EU-Kommission, der Niederlande, Belgiens und Deutschlands darauf verständigt, EU-weit so vorzugehen, alle möglicherweise belasteten Futtermittellieferungen nachzuverfolgen und – im Falle eines positiven Befundes in Futtermitteln – die damit gefütterten Tiere erst nach analytischem Negativbefund für die Vermarktung freizugeben. Allen Tierhaltern, die von betroffenen Futtermittelherstellern beliefert wurden, werden aufgefordert, bis zum Vorliegen der Futtermitteluntersuchungen von Schlachtungen abzusehen.

Die EU-Kommission hat für den 16. Juli eine weitere Sondersitzung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit anberaumt, auf der aktuell informiert und über das weitere Vorgehen beraten werden soll.

 

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