Medroxy-Progesteron-Azetat
Weitere MPA-belastete Futtermittel nach Deutschland gelangt
Quelle: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft  14. Juli 2002

 

Bundesverbraucherministerium informiert Bundesländer

Am 14. Juli 2002 wurde das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft durch das europäische Schnellwarnsystem darüber informiert, dass weitere Futtermittel, die mit dem Hormon Medroxy-Progesteron-Acetat (MPA) belastet sind, in großem Umfang nach Deutschland, Belgien, Dänemark, Schweden und Frankreich gelangt sind. Die aus den Niederlanden stammenden Futtermittel gingen nach bisherigen Erkenntnissen mindestens in die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern. Die Auswertung des Warnhinweises läuft noch.

Das Bundesministerium leitete die Schnellwarnung umgehend an die Bundesländer weiter. Die zuständigen Behörden in den Ländern verfolgen die Vertriebswege und setzen die zwischen Bund und Ländern in der vergangenen Woche getroffenen Vereinbarungen um.

Diese sehen vor: Futtermittelbetriebe, die möglicherweise belastete Melasse verarbeitet haben, sollen zunächst gesperrt werden. Rohstoffe sowie die daraus hergestellten Futtermittel werden untersucht. Bei positiven Befunden werden die damit belieferten landwirtschaftlichen Betriebe gesperrt, die Schlachttiere untersucht und nur bei negativen Befunden freigegeben.

In einer Experten-Sitzung in Brüssel hatten sich am 12. Juli 2002 Vertreter der EU-Kommission, der Niederlande, Belgiens und Deutschlands darauf verständigt, EU-weit so vorzugehen, alle möglicherweise belasteten Futtermittellieferungen nachzuverfolgen und – im Falle eines positiven Befundes in Futtermitteln – die damit gefütterten Tiere erst nach analytischem Negativbefund für die Vermarktung freizugeben. Alle Tierhaltern, die von betroffenen Futtermittelherstellern beliefert wurden, werden aufgefordert, bis zum Vorliegen der Futtermitteluntersuchungen von Schlachtungen abzusehen.

Die EU-Kommission hat für den 16. Juli eine weitere Sondersitzung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit anberaumt, auf der aktuell informiert und über das weitere Vorgehen beraten werden soll.

 

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