Acrylamid
Informationen des Schweizerischen Bundesamtes für Gesundheit

 

Am 24. April machte die Schwedische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Swedish National Food Administration, NFA) auf ein bislang nicht bekanntes Risiko aufmerksam: Dank einer neuen Analysemethode hatten schwedische Wissenschafter zum Teil hohe Mengen von Acrylamid in Lebensmitteln nachgewiesen. Weltweit beschäftigen sich nun Experten mit dem Problem.

Die laufenden Messungen der Laboratorien des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und des kantonalen Vollzugs haben auch in Lebensmitteln in der Schweiz Acrylamid nachgewiesen. Diese Resultate erhärten die Ergebnisse der schwedischen Behörden und zeigen auf, dass Acrylamid bei der Zubereitung von Lebensmitteln natürlicherweise gebildet wird. Dies trifft vor allem bei Vorgängen wie Backen, Frittieren, Braten und wahrscheinlich auch Rösten und Grillieren zu. Der momentane Stand der Kenntnisse zu diesem Problem ist heute noch ungenügend. Um diese Lücke so schnell wie möglich zu schließen, koordiniert das BAG eine Arbeitsgruppe, die aus Experten aus dem öffentlichen und privaten Sektor zusammengesetzt ist. Ein erstes Treffen dieser Gruppe fand letzte Woche in Bern statt; dabei wurden technische und wissenschaftliche Erkenntnisse ausgetauscht und die Verteilung der Aufgaben unter den verschiedenen interessierten Kreisen festgelegt. Die wichtigsten Ziele der Gruppe sind: die Validierung der analytischen Methoden, das Erstellen einer Liste der Lebensmittel, die Acrylamid enthalten und das Verständnis der Entstehung dieser Substanz in den Fabrikationsprozessen und Zubereitungsmethoden. Ende Juni wird die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Expertentreffen zu diesem Thema durchführen, an welchem sich auch das BAG beteiligen wird. In der Folge ist eine gemeinsame Weiterbearbeitung der mit Acrylamid verbundenen Fragen vom BAG, dem kantonalen Vollzug und interessierten Kreisen geplant.

Acrylamid kommt in Lebensmitteln seit Generationen vor. Es handelt sich nicht um ein neues, sondern um ein neu entdecktes Risiko. Das Problem ist deshalb umfassend zu behandeln. Aufgrund dessen können zur Zeit keine einfachen Empfehlungen abgegeben werden. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen in anderen Ländern rät das BAG davon ab, die Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Einmal mehr bestätigt sich, dass eine vielseitige, ausgewogene Ernährung mit genügend Früchten und Gemüse die beste Voraussetzung für eine gute Gesundheit ist.

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