Zum Vorkommen von Acrylamid in Lebensmitteln
Bericht des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin über das Expertengespräch vom 14. Mai 2002

 

Einleitung

1. Einleitend erläuterte das BgVV die Zielsetzung dieser öffentlichen Veranstaltung. Wissenschaftler, Verbraucher- und Wirtschaftsverbände sowie Sachverständige aus Landesbehörden und die neue Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit seien eingeladen worden, um im Sinne einer Risikokommunikation die Relevanz der schwedischen Forschungsergebnisse für den Verbraucherschutz in Deutschland zu diskutieren.

2. Ein intensiver Austausch von zweckdienlichen Informationen und Sachverständigenmeinungen solle der Problemdefinition, der Darstellung von Interessenslagen, der Identifizierung von Wissenslücken und der Vorbereitung einer im Augenblick noch nicht leistbaren umfassenden wissenschaftlichen Risikoabschätzung dienen. Diese sei als Basis für rationale Strategien der Risikominderung notwendig. Das BgVV sei allerdings nicht die zuständige Risikomanagement-Behörde. Deshalb seinen als Gesprächsergebnis auch keine sofortigen Risikomanagement-Entscheidungen angestrebt und dürften daher nicht erwartet werden. Das BgVV wolle vielmehr im Anschluss an das Gespräch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft über den Sachstand unterrichten, zum weiteren Vorgehen beraten und die Öffentlichkeit informieren.

3. Das Gespräch solle nach der vorgeschlagenen Tagesordnung mit einer Sachstandsdarstellung beginnen. An diese werde sich eine Expertenbefragung zur Analytik von Acrylamid in Lebensmitteln, zur Verbraucherexposition, zu den möglichen technologischen Ursachen der Bildung von Acrylamid und zur toxikologischen Einschätzung der in Lebensmitteln gefundenen Gehalte an Acrylamid anschließen. Im Anschluss solle dann das weitere Vorgehen - möglichst mit konkreten Schritten, Benennung der notwendigen Akteure und Festlegung eines Zeitrahmens - beraten werden. Hierbei seien Prioritäten zu setzen.

4. Es stelle sich vielleicht die Frage nach der Zweckmäßigkeit nationaler Aktivitäten in Anbetracht der von der WHO mit Datum vom 13. Mai 2002 für den 25.–27. Juni 2002 angekündigten Konsultation zu den gesundheitlichen Folgen von Acrylamid in Lebensmitteln. Informell sei auch eine Bewertung durch das FAO/WHO Joint Expert Committee on Food Additives im Jahre 2003 in Aussicht gestellt worden. Aus Sicht des BgVV sollten zwar die toxikologischen Bewertungen international auf Basis der weltweit verfügbaren Daten erfolgen, doch könnten sich Verzehrsgewohnheiten, Expositionen, Produkte und Technologien national unterscheiden. Das Herausarbeiten solcher Besonderheiten wäre dann ein wichtiger Beitrag zur Risikoabschätzung.

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