Zum Vorkommen von Acrylamid in Lebensmitteln
Expertenbefragung
Bericht des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin über das Expertengespräch vom 14. Mai 2002

 

Toxikologie

Die chemische Substanz Acrylamid ist entsprechend den Anforderungen an die Prüfung von Chemikalien im Rahmen der Altstoffverordnung der EU umfassend untersucht, so dass sich keine weiteren Prüfforderungen ergaben. Unsicherheiten bestehen über eine mögliche Dosisabhängigkeit des auslösenden Mechanismus für die Kanzerogenese. Derzeit wird angenommen, dass die Genotoxizität von Acrylamid eine kanzerogene Wirkung habe, wobei in der Systematik der Bewertung angenommen wird, dass eine „Konzentrations-/Dosisschwelle“, unterhalb derer keine Wirkung ausgelöst wird, nicht existiert. Dennoch haben die Experten Forschungsbedarf angemeldet. Es soll geklärt werden, ob die Konzentration des für die genotoxischen Wirkungen verantwortlich gemachten Metaboliten Glycidamid in einem für die menschliche Exposition durch Lebensmittel relevanten Bereich der Konzentration mehr als dosisproportional ansteigt und zu einer messbaren Glycidamid-DNA-Adduktbildung führt. Falls dies zutrifft, wären Hinweise auf eine so genannte praktische Schwelle der Auslösung der Kanzerogenese gegeben. Die Priorität für die Bearbeitung dieser Fragestellung wird als hoch angesehen.

Es wird vereinbart, dass das BgVV Möglichkeiten prüft, wie solche Untersuchungen angeschoben werden könnten. Auch diesen Untersuchungen wird eine hohe Priorität zugesprochen.

Nach Auffassung des BgVV besteht ein großer Zeitdruck, die Defizite zu beseitigen. Auch nach Meinung der Experten komme der Entwicklung der Analytik allerhöchste Priorität zu.

Als Zeitfenster steht für die genannten Aktivitäten der Zeitraum zwischen Ende Juni 2002, dem geplanten Zeitpunkt der Expertenanhörung durch die WHO, und der für Mitte 2003 angesetzten Sitzung des JECFA zur Verfügung. Um eine wissenschaftliche Risikoabschätzung innerhalb eines Jahres zu ermöglichen, müsste ein großer Teil der Daten noch in diesem Jahr gewonnen werden.

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