Polyvinylchlorid (PVC)

 

Kunststoffe aus dem Ausgangsstoff Vinylchlorid. In Europa werden z. Z. rd. 4,5 Mio. t PVC verarbeitet, der Verbrauch in der Bundesrepublik Deutschland betrug 1993 etwa 1 Mio t.

Besondere Probleme ergeben sich bei der Abfallverbrennung von PVC, da dabei Chlorwasserstoff (Salzsäure) entsteht und damit sowohl die Verbrennungsanlagen als auch die Umwelt belastet werden. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Verwendung von cadmiumhaltigen Stabilisatoren in PVC-Produkten (meist in Baustoffen).

PVC zersetzt sich bei erhöhter Temperatur unter Abspaltung von Chlorwasserstoff und starker Verfärbung. Zu seiner Verarbeitung bei Temperaturen zwischen 130 und 220 ºC ist deshalb der Zusatz von Stabilisatoren notwendig. Cadmiumhaltige Stabilisatoren, insbesondere die Kombination Barium/Cadmium, verleihen Hart-PVC eine sehr hohe Stabilität (z. B. Fensterrahmen). Bei Weich-PVC wird eine hohe Temperatur (z. B. bei Folien) erreicht. Cadmiumhaltige Stabilisatoren können jedoch heute weitgehend ersetzt werden. Als Substitutionsprodukte kommen im wesentlichen organische Metallverbindungen von Zinn, Blei, Calcium/Zink und Barium/Zink in Frage. Bei der Stabilisierung von Weich-PVC-Artikeln ist die Substitution größtenteils abgeschlossen. Für diese Artikel gibt es hinreichende Substitutionslösungen. Bei Hart-PVC- Produkten, die nicht in den Außeneinsatz gelangen, ist eine Stabilisierung mit cadmiumhaltigen Stabilisatoren nicht mehr erforderlich. Cadmiumhaltige Stabilisatoren werden hauptsächlich noch bei der Herstellung von PVC-Fensterprofilen und Fassadenelementen verwendet. Ersatzprodukte für diesen Anwendungszweck sind möglich.

 

Einsatz von PVC 1995
Baubranche

56%

Verpackungen

11%

Elektro (ohne Kabel)

2%

Autos

4%

Möbel

3%

Sonstiges

24%

Quelle: Umweltbundesamt Berlin

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