Ameisensäure im Urin
ein sinnvoller Parameter der umweltmedizinischen Diagnostik?

Autor: Untersuchungsstelle für Umwelttoxikologie des Landes Schleswig-Holstein, Kiel
Quelle: Zbl. Hyg. 192 (1992) 455-461

Zusammenfassung


Referenzwerte für die Ameisensäureausscheidung von Gesunden mit dem Urin wurden ermittelt. Bei Verzicht auf extrem hypo- oder hypertone Urine kann auf die Normierung der Formiatkonzentration auf Creatinin oder Dichte verzichtet werden. Der Mittelwert für Formiat im Urin liegt bei 21 mg/l + 30 für weibliche und männliche Personen zwischen 20 und 80 Jahren, mit insgesamt etwas höheren Werten bei älteren Personen. Als Referenzwert wurden 60 mg/l Urin ermittelt. Rauchgewohnheiten, Ernährung und Methanolgaben von 10 mg/kg Körpergewicht sowie circadiane Faktoren hatten keinen Einfluß auf die gemessene Formiat-Exkretion, nur mit dem Alter bestand eine positive Korrelation. Der die Urinauscheidung determinierende Faktor ist nicht die exogene Aufnahme von Formiat-Präkursoren, sondern die endogene Bildung und Metabolisierung von Formiat im Aminosäure-, Purin- und Pyrimidinstoffwechsel. In der umweltmedizinischen Diagnostik ist der Parameter Ameisensäure im Urin zum Biomonitoring einer Formaldehydexposition entgegen anderer Empfehlungen (4) nicht brauchbar.

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