Ozon O3

Quelle Umweltbundesamt Berlin

In hohen Konzentrationen stark riechendes Gas. Ozon entsteht auf natürlichem Weg überwiegend durch Einwirkung ultravioletter Strahlung auf den Luftsauerstoff in der Ozonosphäre (20 bis 35 km über der Erdoberfläche) und gelangt durch atmosphärische Transportvorgänge in Spuren in erdnahe Schichten. Daneben bildet sich Ozon auch in den unteren Atmosphärenschichten in verunreinigter Luft durch luftchemische Reaktionen aus Stickstoffoxiden und Kohlenwasserstoffen unter starker Sonneneinstrahlung. Aufgrund dieses Ozonbildungsprozesses kann es im Sommerhalbjahr vor allem bei hochsommerlichem Wetter zu Anstiegen der bodennahen Ozonkonzentration kommen, die das natürliche Auftreten um ein Mehrfaches übersteigen.

Im Gegensatz zu den schädlichen Wirkungen des troposphärischen Ozons (beim Auftreten übernatürlicher Konzentrationen) übt das stratosphärische Ozon eine wichtige Schutzfunktion aus, indem es die gefährliche UV-B-Strahlung der Sonne ausfiltert.

Ozon wirkt als starkes Oxidationsmittel negativ auf jede Art von Organismen ein. Beim Menschen kann es zu Reizungen der Schleimhäute und damit verbundenen Gesundheitsbeeinträchtigungen kommen. Ferner wurde Ozon in der "MAK- und BAT-Werteliste 1995" als kanzerogenverdächtiger Stoff aufgenommen.

Ozon wird auch als potentieller Mitverursacher der neuartigen Waldschäden diskutiert.

Wichtigste Quelle für die Emission des Gemisches an Vorläufersubstanzen, aus denen sich Ozon in den bodennahen Atmosphärenschichten bildet, stellt der Kfz-Verkehr dar.

Darüber hinaus werden insbesondere aus dem Kraftwerksbereich Stickstoffoxide und aus der Lacke- und Lösungsmittelindustrie flüchtige organische Verbindungen emittiert.

Schwellenwerte der Ozonkonzentration sind in der "EU-Richtlinie über Luftverschmutzung durch Ozon" festgelegt. Danach soll bei einer Konzentration ab 180 µg/m3 (1Std.-Mittelwert) eine Information der Bevölkerung und ab 360 µg/m3 eine Warnung der Bevölkerung erfolgen.

Ende Juli 1995 ist in Deutschland das Sommersmog-Gesetz in Kraft getreten. So dürfen ab einer Ozonkonzentration von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nur noch Autos mit geregeltem Drei-Wege-Katalysator fahren, für Autos ohne Katalysator besteht Fahrverbot. Generelle Ausnahmen gelten für den ÖPNV, Ärzte, Krankenwagen und Taxis.

Da Ozon ein sekundär gebildeter Schadstoff ist, der nicht direkt emittiert wird, enthält die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) keine vergleichbaren Grenzwerte wie den IW1 oder IW2 für Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid oder Schwebstaub. Das Bundes-Immissions-Schutz-Gesetz (BImSchG, §40a) enthält den Schwellenwert von 240 µg/m³; beim Erreichen oder Überschreiten dieses Wertes können unter festgelegten Randbedingungen Maßnahmen wie z.B. Verkehrsbeschränkungen eingeleitet werden.

Die EU-Richtlinie 92/72/EWG legt verschiedene Schwellenwerte fest, die in der 22. Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung (BImSchV) in deutsches Recht umgesetzt sind.

Die VDI-Richtlinie 2310 Blatt 15 nennt einen Richtwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 120 µg/m³ als ½-Stundenwert. Die Weltgesundheitsorganisation gibt einen 8-Stundenwert von 120 µg/m³ als Leitwert an.

Ozon
Immissionswert Zeitbezug Schutzobjekt Verbindlichkeit
22. BImSchV

65 µg/m³

Tagesmittelwert Vegetation Schwellenwert

200 µg/m³

Einstundenmittelwert Vegetation Schwellenwert

110 µg/m³

Achtstundenmittelwert Menschliche Gesundheit Schwellenwert

180 µg/m³

Einstundenmittelwert Menschliche Gesundheit Schwellenwert

360 µg/m³

Einstundenmittelwert Menschliche Gesundheit Schwellenwert

BImSchG

240 µg/m³

Einstundenmittelwert Menschliche Gesundheit Schwellenwert

EG-Richtlinie 92/72/EWG

wie 22. BImSchV

wie 22. BImSchV Menschliche Gesundheit Schwellenwert

VDI-Richtlinie 2310 Bl. 15

120 µg/m³

Halbstundenmittelwert Menschliche Gesundheit Richtwert

WHO

150 - 200 µg/m³

Einstundenmittelwert Menschliche Gesundheit Leitwert

 

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