Sommersmog
Hintergrundinformation
Fazit
Quelle: Umweltbundesamt Stand Juni 2002

 

Bodennahes Ozon entsteht unter Einfluss von Sonnenstrahlung aus flüchtigen organischen Verbindungen (NMVOC) und Stickstoffoxiden (NOX). Das bodennahe Ozon kann auch in Deutschland während sommerlicher Schönwetterperioden Konzentrationen erreichen, die die Gesundheit der Menschen gefährden oder zu Vegetationsschäden führen. Zwar ist die individuelle Empfindlichkeit gegenüber Ozon sehr unterschiedlich ausgeprägt. Nach allen Erfahrungen ist jedoch davon auszugehen, dass etwa 10-15 % der Bevölkerung (quer durch alle Bevölkerungsgruppen) besonders empfindlich auf Ozon reagieren. Die zunehmende Ozonbelastung zwischen Anfang der 70er-Jahre und Ende der 80er-Jahre wurde in Deutschland wesentlich durch die Zahl der sommerlichen Sonnentage mit bestimmt. Der Ausstoß der Vorläufersubstanzen hatte sich während dieser Zeit auf hohem Niveau nur wenig verändert. Seit Ende der 80er-Jahre ist in Deutschland ein abnehmender Trend bei den beobachteten Ozon-Spitzenkonzentrationen erkennbar. Der Ausstoß der Vorläufersubstanzen ging von 1990 bis 2000 deutlich zurück: Bei NOX um 41 % und bei VOC um 50 %. Um Gesundheitsgefahren zukünftig ausschließen zu können, wäre eine Verringerung der Emissionen der Vorläufersubstanzen um 70 bis 80 % – bezogen auf die Emissionen in Europa Mitte der 80er-Jahre – erforderlich, wobei angesichts des hohen Sockels biogener NMVOC-Emissionen eine NOX-Minderung zunehmend wirkungsvoller bei der Bekämpfung der hohen Ozonkonzentrationen scheint. Bedeutende Emittenten der Vorläufersubstanzen NOX und NMVOC sind der Verkehr (NOX, NMVOC) und die Verwendung von Lösemitteln in Industrie, Gewerbe und im Verbraucherbereich (NMVOC). Deshalb müssen die Emissionen in diesen Bereichen gemindert werden; bei den NMVOC gilt dies um so mehr, als die natürlichen VOC-Emissionen nicht gemindert werden können.

Das Ziel der Maßnahmen gegen den Sommersmog ist es, den Ausstoß der Vorläufersubstanzen ganzjährig zu verringern und das kurzfristige Auftreten von Ozon-Spitzenwerten in den Sommermonaten möglichst zu verhindern.

Die notwendige Minderung der Vorläufersubstanzen um 70 % bis 80 % ist allerdings nur mittel- bis langfristig und durch die Kombination einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen zu erreichen. Dies schließt auch strukturelle Veränderungen, zum Beispiel in der Verkehrspolitik, ein. Kurzfristige Maßnahmen lassen nur dann deutliche Verringerungen der Ozonspitzen erwarten, wenn der Ausstoß der Vorläufersubstanzen großräumig erheblich vermindert wird. Entscheidend für die Wirksamkeit der zeitlich begrenzten Maßnahmen sind ihr räumlicher Umfang, ihre Struktur und ihre Eingriffstiefe, ferner, dass sie mit angemessenem Verwaltungsaufwand umsetzbar und kontrollierbar sind und von der Bevölkerung und den Betroffenen akzeptiert werden. Ein Schritt auf diesem Weg sollte das „Ozongesetz“ sein, das mit Ablauf des Jahres 1999 außer Kraft getreten ist. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Ozongesetz in der Ozonperiode 1998 – nur in diesem Jahr waren die Voraussetzungen für das im Ozongesetz vorgesehene Fahrverbot erfüllt – nicht in dem erhofften Maße gewirkt hat. Nach diesen Erfahrungen werden Maßnahmen notwendig sein, die praktikabler und nicht nur auf den Verkehrsbereich beschränkt sind. Dem trägt das Sofortprogramm der Bundesregierung zur Verminderung der Ozonbelastung Rechnung, mit dessen mittel- und langfristig wirkenden Maßnahmen sich der Ausstoß der Vorläufersubstanzen und damit das Potenzial für die Ozonbildung nachhaltig verringern lässt.

 

Ab sofort gibt es auch wieder täglich und aktuell Ozonprognosen und Ozon-Messwerte der Messstellen in Deutschland im Internet unter http://www.umweltbundesamt.net/

Bei weiteren Fragen stehen Ihnen die Expertinnen und Experten des Umweltbundesamtes gerne zur Verfügung.

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