Quecksilber Hg

Silberglänzendes, flüssiges Metall. Quecksilber hat einen hohen Dampfdruck, verdampft bereits bei Zimmertemperatur und dehnt sich bei Wärme stark aus. Quecksilber findet u. a. Verwendung in Thermometern, Batterien, Schaltern, Leuchtstofflampen. Die insgesamt verwendete Menge liegt bei etwa 250 t pro Jahr in der Bundesrepublik Deutschland. Quecksilber gelangt in die Umwelt durch natürliche und durch den Menschen verursachte Prozesse (u. a. vulkanische Aktivitäten, Verbrennung von Kohle, Heizöl und Müll, Verhüttung, industrieller Verbrauch). Aus anorganischen Quecksilberverbindungen kann in verunreinigten Gewässern durch Mikroorganismen das giftigere Methyl-Quecksilber gebildet werden. Organoquecksilberverbindungen werden in Wasserorganismen (z. B. Fischen) angereichert und gelangen auf diese Weise in die menschliche Nahrung. Fischfressende Vogel- und Säugetierarten können dadurch in besonderem Maße gefährdet sein. Das Einleiten quecksilberhaltiger Abwässer ist nach dem Abwasserabgabengesetz abgabepflichtig. Anorganische und organische Quecksilberverbindungen können vom Menschen mit der Nahrung aufgenommen werden und sich im Körper anreichern. Vergiftungen äußern sich in Nerven- und Nierenschäden. Die Weltgesundheitsbehörde hat für Quecksilber folgende Höchstwerte festgesetzt: max. tägliche Höchstmenge 0,1 mg Methyl-Quecksilber, max. Höchstgehalt in Fisch 0,5 mg/kg, in anderen Lebensmitteln 0,05 mg/kg.

Die Gefahrstoffverordnung verbietet aus Gründen des Arbeits- und Umweltschutzes das Inverkehrbringen und Verwenden von Quecksilberverbindungen in Antifoulingfarben, zum Holzschutz, zur Imprägnierung schwerer industrieller Textilien und zur Wasseraufbereitung.

 

Quecksilber im Blut und Urin Kinder und Erwachsener
BG N Median 95-Perzentil GM
Blut - in µg/l
Kinder (6 bis 14 Jahre) D

0,2

712

0,4

1,4

0,330

AL

0,2

442

0,3

1,2

0,260

NL

0,2

270

0,6

1,6

0,590

Erwachsene (25 bis 69 Jahre) D

0,2

3 958

0,6

2,1

0,510

AL

0,2

2 474

0,5

2,1

0,460

NL

0,2

1 487

0,8

2,0

0,710

Urin - in µg/l
Kinder (6 bis 14 Jahre) D

0,2

732

0,5

3,9

0,540

AL

0,2

452

0,4

3,0

0,430

NL

0,2

280

0,9

6,3

0,990

Erwachsene (25 bis 69 Jahre) D

0,2

4 002

0,5

3,9

0,540

AL

0,2

2 508

0,5

4,0

0,520

NL

0,2

1 494

0,6

3,5

0,610

Urin - in µg/g Creatinin
Kinder (6 bis 14 Jahre) D

731

0,4

3,0

0,390

AL

451

0,3

2,0

0,310

NL

280

0,7

4,3

0,690

Erwachsene (25 bis 69 Jahre) D

4 002

0,4

2,2

0,390

AL

2 508

0,4

2,2

0,390

NL

1 494

0,4

2,1

0,420

GM = geometrisches Mittel; Werte

D Gesamtdeutschland
AL Alte Länder
NL Neue Länder

 Quelle: Umweltbundesamt Berlin

zurück zum Seitenanfang
zurück zur Übersicht Quecksilber / Amalgam
zurück zur Übersicht der Schwermetalle

weiter zum Umweltlexikon

zurück zu Schadstoffe A - Z