Moschus Xylol
Autoren: Th. Gabrio, M. Schwenk
UMED-Info LGA Stuttgart

 

Was ist Moschus Xylol: Moschus Xylol (1-tert.-Butyl-3,5-dimethyl-2,4,6-trinitrobenzol) ist eine Nitrobenzolverbindung, die ähnlich wie natürliches Moschus riecht. Moschus Xylol und verwandte Stoffe, wie Moschus Keton, Moschus Ambrette werden u.a. als Duftkomponente in Waschmitteln, Weichspülern und Kosmetika verwendet.

 

Eigenschaften

Es ist persistent, lipophil und reichert sich in der Nahrungskette an.



Belastungspfade

Moschus Xylol kann über die Haut durch Anwendung von Kosmetika und durch Rückstände von Waschmitteln und Weichspülern in der Kleidung, sowie oral aus Nahrungsmittel (zum Beispiel Fisch) aufgenommen werden. Untersuchungsbefunde liegen von Frauenmilch und Humanfett vor. Rimkus und Wolf haben Mengen von etwa 20-200 ug/kg in Frauenmilchfett nachgewiesen (Dtsch. Lebensm. Rdsch. 89,1993, 103).



Toxikologische Befunde

Moschus Xylol hat eine nur geringe akute und subchronische Toxizität. Bedenklich ist, daß der Kanzerogenitätstest bei der Maus positiv ausfiel; die Bestätigung an einer weiteren Spezies steht noch aus. Eine induzierende Wirkung auf spezifische Cytochrom P450-Formen könnte für eine mögliche Promotorwirkung sprechen. Moschus Ambrette verursacht Photoallergien.



Gesetzliche Regelungen

Bisher gibt es nur einen Eingreifwert der Bund-Länder kommission von 10 ug/kg für Fische (30. 1. 92). Ein Wert für eine zulässige Höchstmenge wird voraussichtlich festgelegt, wenn weiteres Datenmaterial vorliegt.



Allgemeine Beurteilung

Aufgrund des Akkumulationsverhaltens sollte die Anwendung der Substanz möglichst eingeschränkt werden. Da ein Eingreifwert nicht die juristische Bedeutung einer zulässigen Höchstmenge besitzt, besteht z. Z. ein regulatorischer Handlungsbedarf. Hinweise auf konkrete Gefährdungen durch Moschus Xylol liegen bisher nicht vor.

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