Polychlorierte Biphenyle
PCB - Kurzüberblick

PCB

 Umweltbundesamt Berlin
Stand März 1998

PCB fanden aufgrund ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften (geringe Wärmeleitfähigkeit, hohe Dielektrizitätskonstante, gute Alterungs- und Temperaturbeständigkeit, geringe Entflammbarkeit) eine breite technische Anwendung.

Ihre schädlichen Eigenschaften für Gesundheit und Umwelt wurden dagegen erst später erkannt. Der Einsatz von PCB in offenen Systemen wurde bereits 1978 gesetzlich untersagt. In diesem Bereich wurden für z.B. Klebstoffe, Anstrichmittel, Dichtungsmassen ca. 24.000 t PCB eingesetzt. Über den Verbleib dieser Menge liegen genauere Kenntnisse nicht vor, es ist aber davon auszugehen, daß der größte Teil mit dem Hausmüll entsorgt wurde. Aufgrund der großen Anwendungsbreite und der fehlenden Kennzeichnung von PCB-haltigen Produkten war und ist eine ordnungsgemäße Entsorgung der PCB-Abfälle aus diesem Bereich auf getrennten Wegen kaum möglich.

In den geschlossenen Systemen wurden insgesamt 59.000 t PCB eingesetzt, wobei 46.500 t PCB auf die Elektroindustrie und 12.500 t auf Hydraulikflüssigkeiten für den Steinkohle - Bergbau entfielen. Aufgrund der Gefährlichkeit von PCB kommt aus Umweltschutzgründen nur das dauerhafte Fernhalten von der Biosphäre, am besten die Vernichtung, in Frage. PCB-Flüssigabfälle werden z. Z. im wesentlichen verbrannt. Für die Behandlung von PCB-Flüssigabfällen jeglicher Konzentration stehen die Anlagen der Bayer AG in Leverkusen, der Hessischen Industriemüll (Biebesheim), der BASF in Ludwigshafen und der Gesellschaft zur Behandlung von Sonderabfällen in Bayern in Baar-Eberhausen zur Verfügung. Weitere für die Behandlung von PCB-Flüssigabfällen zugelassene Anlagen werden von der Bayer AG in Brunsbüttel, der Firmen Alsen-Breitenburg Zement- und Kalkwerke GmbH in Lägerdorf, Mineralölwerk Herne in Herne, Edelhoff in Bramsche, Grillo AG in Duisburg und von dem Zweckverband Sondermüll-Entsorgung Mittelfranken in Schwabach betrieben. Eine andere Behandlungsmöglichkeit für PCB-Flüssigabfälle stellt die Hydrierung bei der Kohleölanlage Bottrop dar. Die Behandlung mit metallischem Natrium nach einem Verfahren der Fa. Degussa ist ebenfalls möglich. Die großtechnische Umsetzung dieses Verfahrens steht noch aus. Festabfälle mit PCB werden derzeit aufgrund fehlender Entsorgungsalternativen unter Tage abgelagert. Für die Behandlung von Transformatoren und evtl. auch Kondensatoren ist von der Fa. Asea Brown Boveri die Errichtung einer Pilotanlage mit einer Jahreskapazität von etwa 10.000 t PCB-Transformatoren ab 1993 geplant.

Die Verwendung von PCB wird in Deutschland durch die Verordnung zum Verbot von polychlorierten Biphenylen, polychlorierten Terphenylen und zur Beschränkung von Vinylchlorid v. 29.7.1989 verboten. PCB werden in der Bundesrepublik Deutschland auch nicht mehr produziert und verarbeitet, da inzwischen Ersatzstoffe mit ähnlich günstigen Eigenschaften existieren (z.B. Silikonöle, Phthalsäureester). Geregelte Kondensatoren mit mehr als 1 Liter PCB/PCT-haltiger Flüssigkeit mußten bis spätestens zum 31. Dezember 1993 außer Betrieb genommen werden. Bei den übrigen PCB/PCT-haltigen Erzeugnissen gelten Übergangsfristen bis 1999.

 

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