Nitrofen
EU-weit verbotenes Herbizid
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz 31.Mai 2002

Bild: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz

Wählen Sie bitte das gewünschte Kapitel

Was ist Nitrofen?
Wo wird es angewendet?
Ist Nitrofen ein zugelassenes Mittel?
Wirkung auf Mensch und Umwelt
Quellen und weiterführende Informationen

Was ist Nitrofen?

Nitrofen ist ein Herbizid, d. h. ein Unkrautvernichtungsmittel (Chemische Bezeichnung: 2,4-Dichlorphenyl-4´-nitrophenylether oder 2,4-Dichlor-1-(4-nitrophenoxy)-benzol, Handelsnamen TOK, Trazalex, Trizilin). Die Substanz ist vergleichsweise leicht flüchtig, in der Umwelt weitgehend stabil (auch gegen Säuren und Laugen) und wenig in Wasser, aber sehr gut in organischen Lösungsmitteln löslich.

Nitrofen gehört zur Gruppe der selektiven Herbizide, die vorwiegend in Vorauflaufanwendung Einsatz finden, also vor dem Keimen der Kulturpflanze.  Da für die Wirkung Lichteinstrahlung erforderlich ist, bedarf es keiner Einarbeitung in den Boden. Der Nachweis erfolgt durch Gaschromatographie.

zurück zum Seitenanfang


Wo wird es angewendet?

Die bevorzugte Anwendung erfolgt gegen Ungräser in Sommer- und Wintergetreide, besonders Windhalm und Ackerfuchsschwanz, daneben gegen Gräser und breitblättrige Unkräuter in verschiedenen Gemüsearten.

zurück zum Seitenanfang


Ist Nitrofen ein zugelassenes Mittel?

In der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 ist der Wirkstoff Nitrofen aufgenommen. Dies bedeutet, für den Wirkstoff Nitrofen besteht seit 1988 ein vollständiges Anwendungsverbot.
Nach der Rückstands- Höchstmengenverordnung vom 01.09.1994 (i.d.F. vom 07.03.1996) gilt daher nach § 1 Abs. 4 für Nitrofen eine allgemeine Höchstmenge von 0,01 mg/kg Lebensmittel. Die Nachweisgrenze liegt bei 0,004 mg/kg.
Dazu kommt, dass im Ökologischen Landbau die Anwendung von Herbiziden generell verboten ist.

zurück zum Seitenanfang


Wirkung auf Mensch und Umwelt

Das Konzentrat reizt Augen, Haut und Atemwege und kann bei längerem Kontakt zu Hautkrankheiten (Dermatitis) führen. Möglich sind Effekte auf Blut und Zentralnervensystem. Tierversuche an Ratten ergaben, dass Nitrofen in hohen Dosen Krebs auslösen kann. Auch eine Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit wurde im Tierversuch festgestellt. Für den Menschen wurde dieser Zusammenhang bisher nicht bestätigt.
Trotzdem wurde Nitrofen in einigen Ländern auf Grund der vermuteten teratogenen und mutagenen Eigenschaften aus Vorsorgegründen vom Markt genommen. Auf Grund seiner stark lipophilen (fettlöslichen) Eigenschaften reichert es sich im tierischen Fettgewebe an und kann beim Geflügel in die Eier übergehen, seine Langlebigkeit führt zu einer Anreicherung in der Nahrungskette.

Im menschlichen und tierischen Verdauungstrakt erfolgt ein teilweiser Abbau von Nitrofen verbunden mit der Ausscheidung der Abbauprodukte in wasserlöslicher Form.

zurück zum Seitenanfang

 

Quellen und weiterführende Informationen:

W. Perkow, H. Ploss: Wirksubstanzen der Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, 3. Auflage, Band 2, Paul Parey Buchverlag, 1999

Hutson, D.H., Roberts, T.R. Herbicides: Progress in Pesticide Biochemistry and Toxicology Vol 6, John Wiley and Sons 1987

Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV): Internationale Bewertung von Nitrofen - Linkliste

Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV): Zur gesundheitlichen Bewertung von Nitrofen

 

zurück zum Seitenanfang
zurück zur Übersicht Nitrofen
zurück zur Übersicht der Herbizide
zurück zur Übersicht der Pflanzenschutzmittel

zurück zu Schadstoffe A - Z