Nitrofen
Situation im Landkreis Dachau
Stand  12. Juni 2002

Bild: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz

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Kurz-Überblick

Situation im Landkreis Dachau

 

 

 

Putenfleisch Hähnchenfleisch Suppenhuhn
Bio-Eier
Kuhmilch und Rindfleisch

Kurz-Überblick

Das Unkrautvernichtungsmittel Nitrofen kam von 1964 bis 1988 bzw. 1990 in Deutschland zur Anwendung (2 kg/ha). Rückstände im Getreidekorn wurden nicht nachgewiesen, im Salat 0,01 bis 0,04 mg/kg, in Radieschen 0,14 mg/kg.

Im Ackerboden dürfte inzwischen Nitrofen vollständig abgebaut sein. Wegen der starken Bindung an Bodenpartikel bestand auch keine Gefahr für eine Grundwasserverunreinigung.

Nitrofen zeigte sich im Tierversuch krebserzeugend und teratogen (fruchtschädigend) sowie bei Bakterien mutagen (erbgutverändernd). Akute Wirkungen können sein Reizungen von Augen, Haut und Atemwegen. Nitrofen ist schwer wasserlöslich und lipophil („Fettliebend“).

Zum jetzigen Kenntnisstand stammen wohl alle Verunreinigungen aus einer Lagerhalle in Malchin im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Im folgenden werden jeweils Maximalwerte genannt.

2000 mg/kg fanden sich im Staub der Halle.

5,96 mg/kg im dort gelagerten Futtermittel Bio-Weizen (daneben noch andere Futtermittel).

550 Tonnen davon wurden an 120 Ökobetriebe ausgeliefert und dort an Puten und andere Tiere (Schweine) verfüttert.

0,8 mg/kg im Putenfleisch

0,131 mg/kg in Bio-Eiern

0,01 mg/kg sind zulässig nach der Höchstmengenverordnung

0,004 mg/kg ist die Nachweisgrenze: In Bioprodukten darf Nitrofen nicht nachweisbar sein.

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Situation im Landkreis Dachau:

Putenfleisch, Hähnchenfleisch, Suppenhuhn

Es wurden Proben von Hähnchenschenkeln und Suppenhuhn gezogen, die Ergebnisse stehen noch aus (in zwei Proben im Landkreis Miesbach wurden in Putenfleisch und Bio-Eiern keine Rückstände nachgewiesen).

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Bio-Eier

Es wurden Proben von Hühnereiern gezogen, die Ergebnisse stehen noch aus. Nach Angaben der Hersteller und Vertreiber wurden eventuell belastete Eier zurückgezogen. Bei Eiern, die nach dem 23.05.2002 verkauft wurden, besteht keine Gefahr mehr. Eier, die vorher verkauft wurden, dürften wegen des Mindesthaltbarkeitsdatums von 28 Tagen ab Legezeitpunkt inzwischen verbraucht sein, da in der Regel 5 bis 7 Tage vergehen, bis sie im Handel erscheinen. Sie können aber zurückgegeben werden.

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Kuhmilch und Rindfleisch

Aus der Malchiner Halle wurden nach unserem Kenntnisstand (11.06.2002) keine belastete Bio-Gerste an Betriebe in unserem Landkreis abgegeben. Angesichts der geringen Belastung des Futtermittels sind Rückstände im Fleisch ohnehin nicht zu erwarten. Laut Stellungnahme des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (bgvv) vom 4. Juni 2002 wurden Nitrofen-Rückstände bei Fütterungsversuchen von Milchkühen erst bei hohen Dosen sowohl in Milch als auch Körperorganen, Fleisch und vor allem Fett gefunden.

 

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