Radioaktivität
Radon Atlas
Deutschland

(Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz)

Im Radonatlas werden die Ergebnisse von Messungen der Radonkonzentration in Gebäuden sowie deren Ursachen kartographisch, teilweise durch Tabellen ergänzt, dargestellt.

Der Radonatlas gibt einen orientierenden Überblick und ist zum Erkennen von Schwerpunktgebieten nutzbar. Die größte Auflösung ist das Gemeindeareal. Der Atlas ist nicht zur Identifikation einzelner Standorte geeignet.

Die Darstellungen der Ergebnisse von Messungen in Häusern erfolgen für die in der folgenden Tabelle genannten Untersuchungsprojekte getrennt, wobei die Messmethoden kurz beschrieben werden.

Zeitraum Zielstellung Anz. unters. Wohnungen Exposition
1978 - 1984 allgemeine Übersicht über Radon in Wohnungen Westdeutschlands 6 000 3 Monate
1988 - 1990 regionale Untersuchungen im Gesamt gebiet Ostdeutschlands 1 100
350
3 - 4 Wochen
mehrere Monate
1990 - 1993 Beeinflussung durch Bergbau und seine Hinterlassenschaften 32 000 24 Stunden
1987 - 1993 auf Anforderung der Bevölkerung 1 800 3 Tage
1991 - 1993 Häufigkeitsverteilung der Rn-Konzentration in Wohnungen Ostdeutschlands 1 500 1 Jahr
1993 - 1996 Leukämie und Tumorerkrankungen bei Kindern (Niedersachsen) 550 1 Jahr
1993 Messungen in Gebäuden der Elbmarsch 60 2 Monate
1990 - 1997 auf Anforderung von Bürgern > 3 000 2 - 10 Monate
1993 - 1997 auf Anforderung von Landkreisen oder in Begleitung spezieller Projekte ca. 300 > 2 Monate
1997 Validierung von Radongebieten ca. 250 2 - 10 Monate
1990 - 1998 Lungenkrebsrisiko in der Bundesrepublik Deutschland ca. 6 500
ca. 6 500
1 Jahr
2 - 3 Tage
1990 - 1997 sonstige Forschungsvorhaben im Umweltforschungsplan einige Hundert Einige Monate
2 - 3 Tage
1996 Umsetzung der Sächsischen Förderrichtlinie 380 3 Monate
1998 - 2000 Untersuchung des Radontransfers aus dem Boden in Gebäude 1650 1 Jahr
2000 - 2002 Pilotgebiete für Bundesdatei Radon in Gebäuden 1600 1 Jahr
2001 - 2003 Validierung der regionalen Verteilung der Radonkonzentration 6000 1 Jahr

Kartenbeispiele

Die Radonkonzentration in der Bodenluft wurde im Rahmen einer bundesweiten Übersichtserhebung in 1 m Tiefe gemessen. Datenbasis sind zum Stand September 2003 insgesamt 2346 geologisch repräsentative Messorte, die in Gebieten mit höherem geogenen Radonpotenzial dichter beieinander liegen als in Regionen mit mittlerem bis niedrigem Radonpotenzial. Die flächendeckende Schätzung der Radonkonzentration in der Bodenluft erfolgte mittels einer abstandsgewichteten Interpolation zwischen den Messorten innerhalb generalisierter geologischen Einheiten auf der Basis eines regelmäßigen Rasters von 3 km.

Abbildung 1: Übersicht Radonkonzentration in der Bodenluft in 1 m Tiefe für Deutschland

Die Karte dient zur Prognose der Radonkonzentration in der Bodenluft ausschließlich im regionalen Maßstab. Es ist zu beachten, dass insbesondere in Gebieten mit geschätzten Radonkonzentrationen über 300 kBq/m³ auch weitere Lokalitäten mit Werten über 500 kBq/m³ zu erwarten sind, die aber wegen der geringen Dichte des zugrundeliegenden Messortrasters und der Inhomogenität des geologischen Untergrundes bisher nicht erfasst werden konnten. Durch dichtere Beprobung in Gebieten mit erwartungsgemäß erhöhten Radonkonzentrationen und großer geologischer Variabilität wurde versucht, eine möglichst ausgewogene Repräsentanz der Beprobung zu gewährleisten, jedoch gibt es durchaus noch Areale, die unterrepräsentiert sind.

Die Radonkonzentration in der Bodenluft ist ein Maß dafür, wie viel Radon im Untergrund zum Eintritt in ein Gebäude zur Verfügung steht. Erfahrungsgemäß liegt das Verhältnis von Radon in der Raumluft zu Radon in der Bodenluft typischerweise bei ca. 1 bis 5 ‰, d.h. bei einer Aktivitätskonzentration in der Bodenluft von 100 kBq/m³ könnten Werte im Bereich von 100 bis 500 Bq/m³ in der Raumluft des Gebäudes auftreten. In diesem Zusammenhang sei auf den Sachverhalt hingewiesen, dass die regionale Verteilung des geogenen Radonpotenzials nicht mit der regionalen Verteilung der gemessenen Radonkonzentration der Raumluft in Gebäuden übereinstimmen muss. Letztere hängt entscheidend von der Ankopplung der Gebäude an den Baugrund und damit von der Gründungstiefe, Isolation, Bauweise und dem Alter der Gebäude, darüber hinaus aber z.B. auch der Nutzung und dem Lüftungsverhalten der Bewohner ab.

Die Anwendung von Radonmessungen in der Bodenluft in Kombination mit geologisch-bodenkundlichen Untersuchungen erweist sich als ein kostengünstiges Konzept zur Kartierung des geogenen Radonpotenzials. Im Gegensatz zu alleinigen Erhebungsmessungen der Radonkonzentration in der Raumluft kann die Radonkonzentration in der Bodenluft als Parameter des Untergrundes angesehen werden, der vom Bautyp und Zustand des Hauses sowie dessen Nutzung unabhängig ist. Die Karte gibt einerseits Hinweise darauf, in welchen Regionen das geogene Radonpotenzial gering ist, so dass keine besonderen Vorsorgemaßnahmen notwendig sind, zum anderen zeigt sie aber auch Gebiete mit höherem Radonpotenzial, das die Ursache für erhöhte Radonkonzentrationen in der Raumluft sein kann. Hier können weitergehende Untersuchungen und Maßnahmen zum radongeschützten Bauen angezeigt sein.

 


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