Radioaktivität
Maßnahmen zum Schutz vor erhöhten Radonkonzentrationen in Gebäuden
(Quelle: BfS Infoblatt 05/2003 vom 24. Juni 2003)

Radon ist ein radioaktives Edelgas. Es entsteht durch radioaktiven Zerfall des natürlichen Elementes Radium in Böden und Gesteinen. Radon ist ein radioaktives Edelgas, das aufgrund seiner Mobilität über Spalten und Risse in Gesteinen und durch den durchlässigen Untergrund ins Freie und über Undichtigkeiten der bodenberührenden Gebäudebereiche in die Innenräume gelangt. Dort können erhöhte Radonkonzentrationen zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko der Bewohner führen.

Was ist zu beachten?

Wurden Überschreitungen der oben genannten Werte festgestellt, ist zu prüfen, ob die durchgeführten Messungen zur Entscheidung über eine Radonsanierung geeignet sind. Als Entscheidungsgrundlage sollten Ergebnisse von möglichst über ein Jahr durchgeführten Messungen (Langzeitmessungen) dienen. Messungen über Tage (Kurzzeitmessungen), sind im Allgemeinen für Sanierungsentscheidungen nicht geeignet.

Wurden mehr als 1000 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) Raumluft gemessen, sollten in weiteren Aufenthaltsräumen ebenfalls Messungen durchgeführt werden.

Einer Sanierung sollte immer eine fachlich fundierte Ermittlung der Ursachen der erhöhten Radonkonzentration und eine Bewertung der baulichen Situation vorangehen.

Unter Beachtung des Aufwandes und der Erfolgsaussichten sollten verschiedene Sanierungsmöglichkeiten gegeneinander abgewogen werden.

Geplante Um- oder Ausbauarbeiten sollten bei der Konzipierung von Sanierungen beachtet und gegebenenfalls in diese einbezogen werden.

Der Erfolg durchgeführter Sanierungsmaßnahmen sollte durch Messungen überprüft werden.

Bewertungen der Radonkonzentrationen in Aufenthaltsräumen, z.B. in Wohnräumen wie Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer oder in anderen Räumen, in denen sich Personen nicht nur vorübergehend aufhalten und Entscheidungen über die Notwendigkeit von Maßnahmen zum Schutz vor erhöhter Radonexposition, werden in Deutschland auf der Grundlage der Empfehlungen der Europäischen Kommission und der Internationalen Strahlenschutzkommission sowie der auf neueren epidemiologischen Studien basierenden Einschätzung der deutschen Strahlenschutzkommission vorgenommen:
  • In neu zu errichtenden Gebäuden sollen die Radonkonzentrationen im Jahresmittel den Planungswert von 200 Bq/m3 nicht überschreiten.
  • In bestehenden Häusern werden für Radonkonzentrationen, die im Jahresmittel unterhalb von 200 Bq/m3 liegen, Maßnahmen nicht für erforderlich gehalten.
  • Bei Radonkonzentrationen im Bereich 200 Bq/m3 bis 400 Bq/m3 sollten in bestehenden Gebäuden unter 200 Bq/m3 liegende Werte angestrebt werden, soweit dies auf einfache Weise möglich ist.
  • Werden in bestehenden Häusern im Jahresmittel Radonkonzentrationen oberhalb von 400 Bq/m3 gemessen, sollten in Abhängigkeit von der Höhe der Raumluftkonzentration geeignete Maßnahmen zur dauerhaft wirksamen Verringerung der Radonbelastung ergriffen werden.

Die Radonsanierungen sollen in einem angemessenen, von der Konzentration abhängigen Zeitraum erfolgen. Es ist dringend zu empfehlen, dass Aufenthaltsräume mit Jahresmittelwerten oberhalb 1000 Bq/m3 innerhalb von drei Jahren saniert werden.

Was ist zu tun?

Hauptursache einer erhöhten Konzentration im Gebäude ist der Eintritt von Radon aus dem Baugrund. Es kann im erdberührten Gebäudebereich über Fußböden und Wände eindringen, selbst wenn nur kleine Undichtigkeiten vorhanden sind. Durch den in der Regel in Häusern bestehenden Schornsteineffekt, der im unteren Gebäudeteil (Erdgeschoss oder Keller) zu einer Druckverminderung führt, wird das Einströmen und die weitere Ausbreitung von radonhaltiger Luft begünstigt.

Eine ausreichende Reduzierung der Radonkonzentration kann oft schon mit einfachen Maßnahmen erreicht werden, z.B. durch

Zur Unterbrechung von Eintrittspfaden des Radons aus dem Gebäudeuntergrund in die Häuser ist beim Neubau das Einbringen einer gegenüber dem Baugrund durchgängig radondichten Schicht, die auch die Wände einbezieht, effektiv und preiswert (s. Abb). In bestehenden Häusern ist diese Maßnahme oft nur begrenzt möglich oder technisch sehr aufwendig. In diesen Fällen wird als alternative oder als zusätzliche Maßnahme die Luftdruckdifferenz zwischen Gebäudeinnerem und Untergrund beeinflusst. Wenn Lüftungsöffnungen im unteren Hausbereich nicht zu einem ausreichenden Erfolg führen, können aufwendigere technische Maßnahmen angewendet werden, z.B. das Einbringen einzelner Absaugstellen oder drainageähnlicher Systeme unter der Bodenplatte (s. Abb.). Diese Verfahren erfordern in der Regel eine fachliche Beratung.

Gegebenenfalls kann durch eine von der Radonkonzentration und den Aufenthaltszeiten von Personen in den einzelnen Räumen abhängige Änderung der Raumnutzung eine Reduzierung der Radonbelastung erreicht werden.

Zur eingehenden Information ist das Radon-Handbuch Deutschland zu empfehlen. Dieses kann über den Verlag Neue Wissenschaft GmbH, Postfach 101110, 27511 Bremerhaven bezogen werden.

 


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