Radioaktivität
Das Edelgas Radon - natürlich und radioaktiv
(Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Stand September 2004)

Der Mensch ist von vielerlei Arten Strahlung umgeben. Dazu gehören Licht und Sonnenstrahlung ebenso wie Rundfunk- und Mikrowellen und die so genannte ionisierende Strahlung. In Deutschland stammt etwa die Hälfte der ionisierenden Strahlen aus künstlichen Strahlenquellen - allen voran aus medizinischen Anwendungen (z. B. Röntgen). Die andere Hälfte resultiert aus der kosmischen Strahlung und den in Böden und Gesteinen der Erdkruste vorhandenen radioaktiven Stoffen. Etwa die Hälfte dieser natürlichen Strahlenexposition liefert das Edelgas Radon.

Radon gibt es, seit es Menschen gibt. Es ist ein natürliches, überall vorkommendes Edelgas, das man weder sehen noch riechen oder schmecken kann. Es zerfällt in mehreren Schritten unter Aussendung ionisierender Strahlung, bis ein stabiler Zustand erreicht ist. Der Zerfallsprozess läuft spontan ab und kann nicht beeinflusst werden. Die Radioaktivität wurde Ende des 19. Jahrhunderts von dem französischen Physiker Henri Becquerel entdeckt. Nach ihm wird die Radioaktivität eines Stoffes in der Einheit Becquerel (Bq) angegeben. Ein Becquerel entspricht einem radioaktiven Zerfall pro Sekunde.

Radon selbst ist ein radioaktives Zerfallsprodukt des natürlich vorkommenden Metalls Uran. Es kann aus Gesteinen und Böden relativ leicht entweichen und sich über die Luft oder gelöst in Wasser ausbreiten.

Über undichte Stellen im Fundament eines Gebäudes kann Radon in Wohnräume gelangen und sich dort anreichern. Durch das Einatmen von Radon über einen längeren Zeitraum kann das Lungenkrebsrisiko ansteigen. Gemäß dem Bericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung vom Januar 2004 sind bis zu 90 % der Lungenkrebserkrankungen dem Rauchen zuzuschreiben. Radon wird dem gegenüber für ca. 7 % der Lungenkrebserkrankungen verantwortlich gemacht (siehe Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit www.bmu.de).

Seit den achtziger Jahren zeigen aufwändige Messprogramme in Deutschland, welches Radon-Potenzial im Boden vorhanden ist, wie Radon in Gebäude gelangt und welchen Radon-Konzentrationen der Mensch dort ausgesetzt ist. Parallel hierzu wurden wissenschaftliche Studien zur Abschätzung des radonbedingten Lungenkrebsrisikos der Allgemeinbevölkerung durchgeführt.

 


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