Radioaktivität
Einschränkung der Radon-Exposition
Radonschutz und -sanierung

(Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Stand September 2004)

Wenn durch die Messung ein erhöhter Radon-Gehalt der Raumluft nachgewiesen ist, gibt es verschiedene lüftungs- und/oder bautechnische Methoden zu dessen Reduzierung. Bevor mit Sanierungsmaßnahmen begonnen wird, ist zu prüfen, ob nicht mit einfachen Mitteln und in Selbsthilfe eine wirksame Reduzierung der Radon-Konzentration erzielt werden kann.


Lüften

Der Unterschied von Außendruck und Luftdruck im Gebäudeinneren ist entscheidend für die Menge des einströmenden Radons. Je ausgeglichener die Luftdruckverhältnisse sind, desto weniger Radon gelangt ins Gebäude. Daher sollte ein Unterdruck im Haus vermieden werden. Unterdruck entsteht z.B. durch Ventilatoren in Nassräumen (WC) und Küchen (Ablufthauben) und thermische Auftriebe in Kaminen (offene Kamine, Öfen, etc.).

Die Radon-Exposition kann durch häufiges, stoßweises Lüften (auch in den Kellerräumen, weil Radon dort ins Gebäude eintritt) gesenkt werden.

Reicht das Lüften nicht aus, um die Radon-Exposition zu senken, kommen weitere folgende Maßnahmen in Betracht:

Bei Heizungsanlagen kann eine Frischluftzufuhr zum Brenner vorgesehen werden. Dadurch wird verhindert, dass ein Unterdruck entsteht und radonhaltige Luft ins Gebäudeinnere gesaugt wird.

Auch durch den Einsatz eines Ventilators im Keller oder den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wird das Eindringen von Radon in den Keller erschwert und radonhaltige Luft schneller ins Freie transportiert.

Mit der Verlegung einer Drainage unterhalb des Fundaments kann radonhaltige Bodenluft abgesaugt werden.

Durch die Installation eines Radonbrunnens mit geeigneter Entlüftung in der Nähe des Hauses kann die radonhaltige Bodenluft von den erdberührten Wänden des Hauses ferngehalten werden. Dadurch wird der Eintritt des Radons in das Gebäude verhindert.


Beseitigung von Undichtigkeiten

Potentielle Eintrittstellen für Radon wie Risse und Fugen in Boden und Wänden, Rohrdurchführungen sowie Leitungskanäle und -rohre sind mit geeignetem Material (z.B. Silikon) abzudichten.

Ausbreitungspfade für Radon wie Leitungsdurchführungen im Keller und Wohnraum sollten ebenfalls abgedichtet werden, an Kontrollöffnungen sollten Dichtungen eingebaut werden.

Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, sollte man über aufwändigere bautechnische Verfahren nachdenken. Der Radoneintritt kann z.B. durch den Einbau von Kunststofffolien, Beschichtungen und Bitumenbahnen im Fundamentbereich verringert werden. Ziel ist eine radondichte Sperrschicht zwischen Untergrund und Gebäude oder zumindest zwischen Keller und Wohnbereich.

Punktuelle Undichtigkeiten, über die Radon eintreten kann, können von geübten Heimwerkern selbst behoben werden. Aufwändigere Maßnahmen sollten von erfahrenen Fachleuten geplant und umgesetzt werden. Da vor einer Sanierung keine eindeutige Aussage über die zu erwartende Minderung der Radon-Konzentration getroffen werden kann, sollte die Wirksamkeit der Sanierung durch eine weitere Kontrollmessung ca. 2-3 Monate nach der Sanierung überprüft werden.


Maßnahmen bei erhöhter Radon-Konzentration im Kellerbereich

Auch in Gebäuden ohne erhöhte Radon-Konzentrationen im Wohnbereich können in Kellerräumen erhöhte Konzentrationen auftreten. Bei einer Radon-Konzentration im Kellerraum von über 1.000 Bq/m³ sind Vorsichtsmaßnahmen angezeigt:

1. Automatischen Türschließer montieren
2. Türdichtungen einbauen
3. Installationskanäle abdichten
4. Keller natürlich belüften (Fenster öffnen)
5. Keller evtl. mechanisch belüften (Ventilatoren, Lüftungsanlagen etc.).


Präventive Maßnahmen bei Neubauten

In Regionen mit hoher Radon-Konzentration muss bei konventioneller Bauweise u.U. langfristig mit erhöhten Radon-Konzentrationen gerechnet werden. Deshalb bieten sich bei Neubauten präventive Maßnahmen gegen den Eintritt von Radon ins Gebäudeinnere auf:

1. Durchgehende Bodenplatte statt Streifenfundament
2. Mechanische Luftabführung im Unterbau bzw. unter dem Gebäude
3. Evtl. radondichte Folie unter die Bodenplatte bringen
4. Leitungsdurchführungen (Wasser, Elektrizität, TV, Erdsonden etc.) ins Erdreich sorgfältig abdichten, eventuell oberirdisch verlegen
5. Dichte Türen zwischen Kellerräumen und Wohnräumen
6. Abgeschlossene Treppenhäuser.

Die Punkte 1,2 und 4 stellen bereits einen sehr guten Schutz gegen Radon dar.

Quelle für die aufgeführten Maßnahmen: Radon- Merkblätter zur Senkung der Radonkonzentration in Wohnhäusern, Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

 


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