Radioaktivität
Transporte radioaktiver Stoffe
Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz

- Zahlen und Fakten -

Transporte radioaktiver Stoffe, einschließlich von Kernbrennstofftransporten zeichnen sich durch ein besonders hohes Sicherheitsniveau aus, so daß niemand einen Schaden durch solche Transporte zu befürchten hat. Alle gegenteiligen Behauptungen sind objektiv unzutreffend.

Weltweit hat es seit über 40 Jahren keinen Transportunfall mit radioaktiven Stoffen gegeben, der zu schwerwiegenden strahlenbedingten Folgen geführt hätte. Diese ausgezeichnete Sicherheitsbilanz ist zurückzuführen auf die jeweils in das nationale Recht umgesetzten Empfehlungen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) für die sichere Beförderung radioaktiver Stoffe, die von den Fachleuten der IAEO-Mitgliedsländer erarbeitet wurden und regelmäßig weiterentwickelt werden.

Ausgehend von der Forderung, daß sowohl beim bestimmungsgemäßen Transport als auch bei einem etwaigen Transportunfall niemand eine gefährliche Strahlendosis empfangen soll, sind für jeden radioaktiven Stoff Aktivitätsgrenzwerte festgelegt, die einen bestimmten Verpackungstyp erfordern, der die notwendige Sicherheit gewährleistet. Beispielsweise müssen ausgediente Brennelemente aus Kernkraftwerken in unfallsicheren Verpackungen, sogenannten Typ B-Verpackungen, befördert werden. Die Behälter müssen zuvor eine Bauartmuster-Prüfung bestehen und eine Typ B-Zulassung durch die zuständige nationale Behörde erhalten; das ist in Deutschland das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), für die Baumusterprüfung die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

In Deutschland finden jährlich ca. 445.000 Transporte von insgesamt ca. 900.000 Versandstücken mit radioaktiven Stoffen statt; davon betreffen

- ca. 435.000 Transporte radioaktiver Stoffe, die für Meß- und Forschungszwecke oder für medizinische Anwendungen eingesetzt werden,
- ca. 10.000 Transporte mit ca. 35.000 Versandstücken den nuklearen Brennstoffkreislauf. Hierzu zählen auch die Transporte von frischen und ausgedienten Brennelementen der Kernkraftwerke.

Für die Beförderung von radioaktiven Stoffen mit begrenztem radiologischen Gefährdungspotential ist keine Genehmigung erforderlich. Trotzdem handelt es sich auch hierbei um Gefahrguttransporte, so daß der Transporteur die Vorschriften der Gefahrgutverordnungen einhalten muß.

Übersteigt die Aktivität bestimmte Grenzwerte, die im Atomrecht und in den Gefahrtgutverordnungen festgelegt sind, so benötigt der Transporteur eine Beförderungsgenehmigung, im Bahnverkehr vom Eisenbahnbundesamt, im Straßenverkehr meist vom Gewerbeaufsichtsamt.

Für die Genehmigung der Transporte von Kernbrennstoffen und Großquellen ist das BfS zuständig. In Jahr 1997 gab es 679 Kernbrennstofftransporte und einen Transport mit hochradioaktiven Glaskokillen in Deutschland. In einzelnen waren dies:

- 582 Transporte mit frischen (unbestrahlten) Brennelementen oder Zwischenprodukten,
- 22 Transporte mit bestrahlten Kernbrennstoffen z.B. aus Forschungsreaktoren,
- 75 Transporte mit bestrahlten (ausgedienten) Brennelementen aus Kernkraftwerken (Druck- und Siedewasserreaktoren).

Von den 75 Transporten gingen

- 19 Transporte nach Sellafield (die englische Wiederaufarbeitungsanlage) mit 44 Behältern, davon 7 Transporte mit 16 Castor-Behältern,
- 54 Transporte nach Cap La Hague (die französische Wiederaufarbeitungsanlage) mit 56 Behältern,
- 2 Transporte mit 4 Castorbehältern zum Zwischenlager Gorleben.

Ein Transport mit Glaskokillen in 2 Castor-Behältern von Cap La Hague ins Zwischenlager Gorleben.

Im Jahr 1997 gab es demnach 10 Transporte mit Castor-Behältern, bei denen zusammen 22 Behälter transportiert wurden.

 

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