Radioaktivität
Tschernobyl - 20 Jahre danach
Aktivitätswerte in wildwachsenden Speisepilzen und Waldbeeren
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umweltschutz

In extrem nährstoffarmen, auch weitgehend tonmineralfreien oder sandigen bzw. moorigen Waldböden liegt eine erheblich bessere Pflanzenverfügbarkeit des Cäsiums vor, woraus eine erhöhte Akkumulation des Radiocäsiums in wildwachsenden Pilzen und über Äsungspflanzen auch in Wildbret resultiert. Darüber hinaus werden deswegen zum Teil signifikant höhere spezifische Cäsium-137-Aktivitäten in einigen Beerenobstsorten beobachtet, wobei es sich hauptsächlich um wildwachsende Preisel- und Heidelbeeren in Wald- und Moorgebieten handelt.

Abbildung 21 zeigt den zeitlichen Verlauf der Jahresmittelwerte der spezifischen Cäsium-137-Aktivitäten in ausgewählten und bei Schwammerlsammlern besonders beliebten wildwachsenden Speisepilzen. Weiter sind auch o. g. Waldbeeren aufgenommen.

Abb. 21: Zeitlicher Verlauf der Cäsium-137-Kontamination von Waldbeeren und ausgewählten wildwachsenden Speisepilzen in Bayern.

Insgesamt liegen der Abbildung 21 208 Einzeluntersuchungen für Preisel- und 714 für Heidelbeeren, 1.855 Auswertungen für Maronen-, 136 für Birken- und 662 für Steinpilze sowie 423 Analysen für Pfifferlinge zu Grunde. Wie aus Abbildung 21 ersichtlich ist, sind Birken- und Steinpilze sowie Pfifferlinge im Mittel wesentlich geringer kontaminiert als Maronenröhrlinge, die das Radiocäsium besonders gut aus dem Boden aufnehmen.

In den Abbildungen 22 und 23 werden die punktuell ermittelten räumlichen Kontaminationsverteilungen von Maronen- bzw. Steinpilzen, beide Wild-Röhrenpilze, für den Zeitraum von 2000 bis 2005 bzw. 2004 gezeigt.

Abb. 22: Vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) punktuell ermittelte räumliche Verteilung der Cäsium-137-Kontamination von Maronenpilzen (Xerocomus badius) in den Jahren von 2000 bis 2005.

Abb. 23: Vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) punktuell ermittelte räumliche Verteilung der Cäsium-137-Kontamination von Steinpilzen in den Jahren von 2000 bis 2004.

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