Radioaktivität
Tschernobyl - 20 Jahre danach
Aktivitätswerte von einheimischen Süßwasserspeisefischen
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umweltschutz

Abbildung 28 zeigt die zeitliche Cäsium-137-Aktivitätsabnahme in ausgewählten Fischen aus Binnen- und Fließgewässern inkl. Teichwirtschaft. Insgesamt wurden 200 Flussbarsche, 230 Hechte, 218 Aale, 650 Renken, 630 Regenbogenforellen, 119 Bachsaiblinge, 652 Karpfen und 349 Brachsen untersucht. Deutlich zu erkennen sind die relativ höheren Aktivitätswerte der am Ende der Nahrungskette stehenden Raubfische (Flussbarsche und Hechte) sowie des Allesfressers Aal gegenüber den hier dargestellten Friedfischen. Die Aktivitätswerte sind somit sowohl von der Fischart als auch vom Gewässertyp abhängig.

Abb. 28: Zeitlicher Verlauf der mittleren Cäsium-137-Kontamination von Fischfleisch in Bayern.

Generell werden in Fischen aus Seen um eine Größenordnung höhere Cäsium-137-Gehalte als bei Fischen aus Fließgewässern und teichwirtschaftlichen Betrieben beobachtet. Unterschiedliche Gehalte in Fischen aus stehenden, von der Lage vergleichbaren Gewässern sind sowohl auf die unterschiedlichen Zuflussmengen wie auch auf die verschiedenen Salzgehalte des Oberflächenwassers zurückzuführen. Dabei ist folgende Abhängigkeit festzustellen: Je niedriger der Kaliumgehalt des Wassers, desto höher die Cäsium-137-Aktivitäskonzentration im Fischfleisch. Die Erklärung hierfür ist einfach: Cäsium ist dem Kalium chemisch ähnlich. Ist der Kaliumgehalt des Wassers niedrig wird eben Cäsium in das Fischfleisch eingelagert.

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