Radioaktivität
Tschernobyl - 20 Jahre danach
Aktivitätswerte in Grund- und Trinkwasser, in Säuglings- und Kleinkindergetränke, in Weine und Traubenmoste sowie in Hopfen
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umweltschutz

In Abbildung 29 ist der zeitliche Verlauf der Jahresmittelwerte der Cäsium-137-Aktivitätskonzentrationen in Grundwasser (687 Analysen) und Trinkwasser (2.065 Analysen) wiedergegeben. Rund 95 % des in Bayern geförderten Trinkwassers sind reines Grundwasser. Des Weiteren von Bedeutung für die Wassergewinnung sind darüber hinaus die Trinkwassertalsperren Mauthaus im Frankenwald und Frauenau im Bayerischen Wald sowie der als Trinkwasserreservoir genutzte Bodensee. Wie aus der Darstellung ersichtlich, sind die Auswirkungen von Tschernobyl vernachlässigbar. Die scheinbar relativ hohe Konzentration im Trinkwasser von 1986 ist bedingt durch eine Anfang Mai 1986 aus einer Zisterne entnommene Einzelprobe.

Abb. 29: Zeitlicher Verlauf der mittleren Cäsium-137-Kontamination von Wasser, Getränken und Hopfen in Bayern.

Auch in Weinen und Traubenmosten (76 Analysen) ist seit 1988 kein Cäsium-137 nachweisbar. Lediglich 1986 und 1987 wurde vereinzelt Radiocäsium oberhalb der messtechnisch bedingten Nachweisgrenze gemessen. Unter der Nachweisgrenze versteht man den kleinsten mit einem bestehenden Analyseverfahren erzielbaren Messwert. Das Analyseverfahren umfasst dabei alle Teilschritte von der Probenahme über Probenvorbereitung bis zur eigentlichen Messung und Auswertung. Beim Nachweis von Cäsium-137 liegt die Nachweisgrenze bei ca. 0,01 Bq/l. Bei den anderen abgebildeten Werten handelt es sich demnach um Nachweisgrenzen.

Ebenfalls abgebildet sind die durchschnittlichen spezifischen Cäsium-137-Aktivitäten von Hopfen, der als pflanzlicher Rohstoff zur Bierherstellung dient (283 Auswertungen).

Ergänzend werden die Werte der 35 durchgeführten Analysen von Säuglings- und Kleinkindergetränken gezeigt. Praktisch handelt es sich hierbei um die messtechnisch bedingten Nachweisgrenzen.

zurück zum Inhaltsverzeichnis "Tschernobyl - 20 Jahre danach"
zurück zum Seitenanfang
Fenster schließen