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Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Mobilfunk

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Was sind Hochfrequenzfelder?

Hochfrequenzfelder sind elektromagnetische Felder, d.h. Wellen mit einer elektrischen und einer magnetischen Komponente. Wellen sind gekennzeichnet durch ihre Frequenz, konkret durch die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde und außerdem durch ihre Wellenhöhe, die Amplitude. Elektromagnetische Felder breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus.

Die elektromagnetischen Felder werden unterteilt in:
Nichtionisierende Strahlung
Dazu gehören z. B. die von der normalen Stromversorgung ausgehenden niederfrequenten Felder oder die von den Sendetürmen ausgestrahlten hochfrequenten Felder, und
Ionisierende Strahlung
Dazu gehört z. B. die Röntgenstrahlung oder die radioaktive Zerfallsstrahlung.

Bei nichtionisierender Strahlung reicht die Energie - auch bei noch so großer Feldstärke - nicht aus, um Atome oder Moleküle aufzubrechen, also zu ionisieren.


Mobilfunk - Wie funktioniert das?

Mit Mobilfunk werden Sprache und/oder Daten zwischen mehreren Teilnehmern übertragen. Mindestens ein Teilnehmer ist mobil. Er kann sich frei und ohne Kabelverbindung mit seinem Handy innerhalb eines Mobilfunknetzes bewegen. Das Mobilfunknetz wird von fest installierten Sendern, den Basisstationen gebildet. Diese versorgen je nach Frequenz Gebiete mit bis zu ca. 30 km Ausdehnung. Die drahtlose Informationsübertragung geschieht mit Hochfrequenzfeldern, die von den Sendeantennen abgestrahlt werden.

Die Träger der Information sind Hochfrequenzfelder. Für das D-Netz werden Frequenzen um 900 MHz und beim E-Netz von 1800 MHz verwendet. Wollen mehrere Teilnehmer gleichzeitig innerhalb eines Sendebereichs telefonieren, müssen dabei ihre Funksignale eindeutig unterscheidbar sein. Dazu reichen geringfügig unterschiedliche Trägerfrequenzen. Oder alle Mobilfunkgeräte senden und empfangen zeitversetzt - genannt Zeitmultiplex. Die Information eines Gesprächs wird in Portionen zerlegt, die jeweils während eines Zeitintervalls von 0.577 Millisekunden übermittelt werden. Dann folgt eine Pause von 7 solcher Zeitintervalle, dann die nächste Portion. Während der Pausen können andere Telefonate übermittelt werden.

Bei UMTS, das bei Frequenzen zwischen 1900 und 2200 MHz arbeitet, laufen die Funksignale zwar über die gleiche Frequenz, sie unterscheiden sich aber durch spezielle Verschlüsselungscodes.


Welche Grundlage gibt es für Grenzwerte?

Hochfrequenzfelder mit Frequenzen zwischen etwa 1 MHz und 10 000 MHz können in den menschlichen Körper eindringen. Je höher die Frequenz, desto geringer die Eindringtiefe - im Bereich von 900 MHz (D-Netz) beträgt sie einige Zentimeter. Bei der Absorption hochfrequenter Energie entsteht Wärme.

Wissenschaftliche Ergebnisse zeigen, dass die Erhöhung der Gewebetemperatur auf etwa 1 Grad Celsius begrenzt werden sollte, um daraus resultierende gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Die bestehenden Grenzwerte für die allgemeine Bevölkerung erlauben bei einer Ganzkörperexposition nur eine Gewebeerwärmung von maximal 1/50 Grad Celsius.


Welche Grenzwerte gibt es?

Seit Januar 1997 ist in Deutschland die 26. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (26.BImSchV) rechtskräftig. Sie umfaßt Hoch- und Niederfrequenzanlagen und damit auch die für den Mobilfunk relevanten Sendeanlagen. Die darin festgelegten Grenzwerte für die Bevölkerung dürfen beim Betrieb solcher Anlagen, unter Einbeziehung der Immissionen anderer ortsfester Anlagen, nicht überschritten werden. Im Niederfrequenzbereich schützen die frequenzabhängigen Grenzwerte vor Reizwirkungen (Nerven, Muskeln), im Hochfrequenzbereich vor einer Erwärmung und damit verbundenen Schädigungen.

Die Grenzwerte der 26. BImSchV stützen sich auf internationale Empfehlungen unabhängiger Experten, wie z.B. der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese Empfehlungen werden immer wieder überprüft, sobald neue wissenschaftliche Ergebnisse vorliegen. Die letzte Veröffentlichung der ICNIRP vom April 1998 bestätigt die Werte, die der 26. BImSchV zu Grunde lagen. Der Europäische Rat hat erst im August 1999 eine Empfehlung verabschiedet, die sich ebenfalls auf diese ICNIRP-Veröffentlichung stützt.


Die Antenne auf dem Nachbardach?

Die Betreiber von Sendeanlagen sind für die Einhaltung der Grenzwerte nach der 26. Verordnung zum Bundes-Immissionssschutzgesetz (26. BImSchV) verantwortlich. Vor Inbetriebnahme einer Sendeanlage muß eine sogenannte Standortbescheinigung von der staatlichen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) eingeholt werden. Dieser liegt u.a. die Prüfung zu Grunde, ab welchem Sicherheitsabstand die Grenzwerte der 26. BImSchV unterschritten werden. Die Sicherheitsabstände für Mobilfunksendeanlagen betragen im Regelfall wenige Meter.

Mobilfunksender strahlen nicht gleichmäßig in alle Richtungen, sondern in bestimmte Vorzugsrichtungen. Direkt unter einem solchen Sender hat man typischer Weise besonders wenig Strahlungsleistung.
Sollten Befürchtungen über eine erhöhte Einstrahlung bestehen, kann bei berechtigtem Wunsch von der RegTP oder den Mobilfunkbetreibern eine Kontrollmessung durchgeführt werden.


Wie wird der Strahlenschutz in der Umgebung von Mobilfunksendern gewährleistet?

Die Strahlung, die Mobilfunkgeräte und Sendetürme empfangen und aussenden, zählt zur Hochfrequenzstrahlung. Soll der Mensch vor schädlichen Wirkungen dieser Strahlung geschützt werden, so muß die Exposition durch hochfrequente Energie begrenzt werde.

Bei Funktürmen und Sendemasten ist der Betreiber für die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte verantwortlich. Sendeanlagen werden nur dann genehmigt, wenn sichergestellt ist, daß die entsprechenden Grenzwerte eingehalten werden. Eine Standortbescheinigung, die auch Sicherheitsabstände angibt, stellt der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) darüber aus.

Wird in der Umgebung von Sendeanlagen der Sicherheitsabstand eingehalten, so sind gesundheitsschädliche Wirkungen durch hochfrequente Abstrahlungen vom Funkturm nicht zu befürchten, auch nicht bei ganztägigem Aufenthalt und ebenfalls nicht für Schwangere, Kranke und Kinder. Allgemein liegt der Sicherheitsabstand bei reinen Mobilfunksendern in der Größenordnung zwischen 1 und 10 Metern (in Abstrahlrichtung der Antenne). Im Einzelfall ist jeweils die aktuelle Standortbescheinigung der RegTP zur Bewertung heranzuziehen, sofern die maximale Sendeleistung von 10 Watt (EIRP) überschritten wird.

In den Informationsbroschüren zu diesem Thema (Mobilfunk und Sendetürme und Radio- und Mikrowellen) werden die Grenzwertfestlegungen begründet und das Prüfverfahren für Funktürme und Sendemasten erläutert.


Gibt es besonders empfindliche Personen?

Die Grenzwerte sind so ausgelegt, dass sich nach bisherigen Erkenntnissen auch eine Dauerbelastung bei besonderen Personengruppen wie Kindern, älteren Menschen oder Kranken nicht gesundheitlich auswirkt.

Elektrosensible Personen führen verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie Unwohlsein, Schlafstörungen oder Nervosität, auf die Einwirkung elektromagnetischer Felder zurück.
Bisher konnte kein kausaler Zusammenhang zwischen Feldeinwirkung und Elektrosensibilität nachgewiesen werden. Nach Auswertung bisher vorliegender Untersuchungen ist anzunehmen, dass die Symptome auf Grund des Zusammenwirkens vieler verschiedener Umweltfaktoren zu Stande kommen. In diesem Bereich besteht weiterer Forschungsbedarf.


Mobilfunk und Krebs - Besteht ein Zusammenhang?

Zu den aktuellen Themen der laufenden Forschung gehören auch Untersuchungen zu einem möglichen Zusammenhang von Krebserkrankungen und Hochfrequenzfeldern. Seit 1998 läuft auf Initiative der IARC in Lyon (International Agency for Research on Cancer) eine weltweite epidemiologische Untersuchung bis ca. 2005. Damit soll geklärt werden, ob ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten verschiedener Tumore und Mobilfunkstrahlung besteht.

Bisher gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse dafür, dass die relativ niedrigen Feldstärken von Mobiltelefonen oder Basisstationen Krebs fördern, oder gar auslösen.
Neue Forschungsergebnisse werden von internationalen Kommissionen, wie z.B der ICNIRP oder WHO, bewertet. Ergeben sich daraus geänderte Grenzwertempfehlungen, werden diese in der Gesetzgebung berücksichtigt.


Welche Auswirkungen werden noch diskutiert?

Besonders diskutiert werden mögliche Auswirkungen auf den Schlaf, den Hormonhaushalt die Blut-Hirn-Schranke oder das Immunsystem. Zu diesen sogenannten athermischen Wirkungen ergeben Untersuchungen bisher ein uneinheitliches Bild: Die meisten Ergebnisse konnten von anderen Labors nicht bestätigt werden. Es ist außerdem ungeklärt, ob die beobachteten Effekte sich tatsächlich auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Auf diesem Gebiet sind daher weitere Studien notwendig, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Seit einigen Jahren wird auch kontrovers über einen möglichen Einfluß von Mobilfunkstrahlung auf die Gehirnaktivität diskutiert. Neue Untersuchungen konnten zeigen, dass Mobilfunkstrahlung weder auf die Gehirnströme in Ruhe, noch auf die optische oder akustische Reizverarbeitung einen Einfluß hat.

Eine Gesamtbewertung dieser Untersuchungen zur athermischen Wirkung soll von der Weltgesundheitsorganisation bis 2007 vorgelegt werden (www.who.int/peh-emf)


Mobilfunk - Ursache für Störungen bei Tieren?

Seit einigen Jahren wird über einen möglichen Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und Verhaltensauffälligkeiten sowie verschiedenen Krankheiten (Fehlgeburten, sinkende Milchleistung) bei Rindern diskutiert.

Bei einer vom Bayerischen Umweltministerium beauftragten Studie an fast 40 Rinderhaltungen konnten die Wissenschaftler kein einheitliches Bild erkennen. Bei Milchleistung, Fruchtbarkeit und Schlafhormonausschüttung waren bei allen untersuchten Rinderherden keine Auffälligkeiten durch den Einfluss von Mobilfunk erkennbar. Für Stresssymptome aufgrund von Mobilfunkeinwirkungen gab es keine statistisch abgesicherten Hinweise. Lediglich beim Wiederkauverhalten zeigten vier der acht untersuchten Herden nach Auskunft der Wissenschaftler Auffälligkeiten.
Ein Gefährdungs-Szenario durch Mobilfunk ist nach Auswertung der Studie nicht erkennbar, nach Ansicht der Wissenschaftler aber auch nicht auszuschließen.


Wie reagieren elektronische Implantate?

Elektronische Implantate, wie z.B. Herzschrittmacher, Insulinpumpen oder Nervenschrittmacher können Funksignale empfangen und darauf mit Fehlfunktionen reagieren.
Zwischen Antenne des Handys und Herzschrittmacher sollte daher ein Mindestabstand von 20 cm eingehalten werden. Für andere Implantate liegen weniger Untersuchungen vor, es dürften aber ähnliche Sicherheitsabstände ausreichend sein.

Bei schnurlosen Haustelefonen ist bereits bei geringeren Abständen als 20 cm zwischen Antenne und Schrittmacher keine Gefährdung mehr zu erwarten.
Herzschrittmacherträger dürfen also mit Handys und schnurlosen Telefonen telefonieren, sie sollten jedoch das Mobiltelefon nicht betriebsbereit in der Brusttasche direkt über ihrem Schrittmacher tragen.
Von Antennen mit Mobiltelefonen höherer Leistung, den sogenannten "Portables", sollte mindestens 50 cm Abstand eingehalten werden. Die Sicherheitsabstände von Basisstationen sind so festgelegt, dass keine Störungen von Implantaten zu erwarten sind.


Telefonieren im Auto?

Ein Handy muß im Auto oft mit voller Sendeleistung arbeiten, um aus der Karosserie heraus den notwendigen Kontakt herzustellen. Daher können sich im Auto relativ hohe Feldstärken mit sehr ungleichmäßiger Verteilung ergeben. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Grenzwerte eingehalten werden. Außerdem wird eine mögliche Beeinflussung der Autoelektronik durch eine größere Entfernung zur Antenne stark verringert. Sinnvoll ist es, eine Außenantenne zu verwenden.

Telefonieren während der Fahrt vermindert die Konzentration auf den Straßenverkehr. Seit 1. April 2004 ist die Benutzung von Handys im Auto ohne Freisprechanlage strafbar und wird mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in der Verkehrssünderkartei Flensburg belegt.
Nähere Informationen sind bei der bayerischen Polizei abrufbar.


Was wird für den Bürger getan?

Der Schutz der Bürger steht im Vordergrund. Bisher gibt es jedoch keine Belege aus belastbaren Untersuchungen dafür, dass es durch die elektromagnetischen Felder von Mobilfunkanlagen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt.

Der Ausbau der Mobilfunknetze zum Zweck einer bundesweit flächendeckenden Versorgung hat zur Folge, dass auch in Bayern eine Vielzahl von Sendestationen errichtet wurden und noch werden. Das Landesentwicklungsprogramm fordert zudem eine zügige Einführung der modernen Kommunikationstechnologien. Schon 1991 hat die Staatsregierung mit den Mobilfunkbetreibern eine Übereinkunft erzielt, dass diese - soweit technisch möglich - auf freiwilliger Basis Sendemasten gemeinschaftlich nutzen.

Die Betreiber sind gefordert, die gemeinsame Standortdiskussion und -planung zu intensivieren. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Unterzeichnung der freiwilligen Vereinbarung der Mobilfunkbetreiber im Juli 1999 im Rahmen des Umweltpaktes Bayern.

Das Bayerische Umweltministerium fördert Untersuchungen zur Wirkung von Mobilfunkstrahlung und beteiligt sich aktiv an der Grenzwertdiskussion.

Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema Mobilfunk?
Hier die Telefon-Hotline Elektrosmog des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz: 089 / 9214-3518


Welche Begrenzungen gibt es für Handys im C-Netz, D-Netz und E-Netz?

Von den Antennen der Funktelefone wird hochfrequente Energie abgestrahlt- meist in unmittelbarer Körpernähe. Der Strahlenschutz in diesem Bereich ist deshalb so ausgelegt, daß auch empfindliche Organe ausreichend geschützt werden - beispielsweise das Auge, das zusätzliche Wärme schlecht ableiten kann.

Werden die Grenzwerte eingehalten, so wird übermäßige zusätzliche Erwärmung vermieden. Die Spitzenleistungen von Handys im D-Netz dürfen deshalb nicht mehr als 2 Watt betragen, für Geräte im E-Netz höchstens 1 Watt, im C-Netz 0,5 Watt. Dies ist in der Regel bei handelsüblichen Geräten gewährleistet. Höhere Sendeleistungen treten bei Autotelefonen oder sogenannten Portables auf. Bei diesen Geräten werden geringe Mindestabstände zum Körper durch abgesetzte Antennen erreicht, zum Beispiel auf dem Dach des Fahrzeugs.

Grundlagen der Grenzwertfestlegungen sind in den Informationsbroschüren Mobilfunk und Sendetürme und Radio- und Mikrowellen näher ausgeführt.


Gibt es Bedenken bei der Verwendung von schnurlosen Telefonen?

Schnurlose Telefone für Haus und Garten (Reichweite bis 300 m) übertragen die Sprache aus dem normalen Telefonnetz per Funk zum Hörer. Die verwendeten Sendeleistungen sind dabei so gering, daß die Grenzwerte weit unterschritten werden. Bedenken gegen die Verwendung dieser Geräte bestehen deshalb nicht - auch nicht für empfindliche Personen oder für Kinder.