Fachinformation
Mobilfunk

Begriffsklärungen

Mit einem Mobilfunksystem werden mithilfe elektromagnetischer Wellen (Funkwellen) Daten und Sprache zwischen Teilnehmern übertragen, von denen mindestens eine/r mobil, das heißt ohne festen Anschlußort, ist. Das System besteht zum einen aus festinstallierten Basisstationen, zum anderen aus mobilen Stationen wie dem Mobiltelefon. Das erste Mobilfunksystem wurde 1946 in den USA aufgebaut, in Deutschland startete das A-Netz seine Dienste im Jahr 1958, das B-Netz folgte 1972, das C-Netz arbeitet seit 1984 und wird seit 1992 von D1- und D2-Netz unterstützt. 1994 folgte schließlich noch das E-Netz. Neben diesen allgemein verfügbaren Netzen existieren noch weitere Funknetze, die nur bestimmten Personenkreisen zugänglich sind, wie etwa der Polizeifunk oder der Taxiruf. Abb. 1 faßt die wichtigsten Daten einiger Mobilfunksysteme zusammen (s. nächste Seite).

Bei den Geräten unterscheidet man die leistungsstarken in Autos eingebauten Telefone (bis 20 Watt), die portablen (bis 8 Watt) und die kleinen Handgeräte oder Handies (bis 2 Watt Sendeleistung). Schnurlose Telefone, wie sie in Haushalten häufig verwendet werden, übertragen die Sprache aus dem normalen Telefonnetz per Funk zum Hörer. Hier bleiben bei sehr geringen Sendeleistungen alle Grenzwerte weit unterschritten, eine gesundheitliche Relevanz ist hier ganz ausgeschlossen.

Elektromagnetische Funkwellen, die ein Sendeturm abstrahlt, breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus und werden von den Antennen der Funktelefone empfangen und abgestrahlt. Maße für die Stärke einer Funkwelle sind die sogenannte elektrische Feldstärke (in Volt/Meter) und die magnetische Feldstärke (Ampere/Meter). Die Energie, die dabei eine Fläche pro Zeiteinheit durchströmt, mißt man in Watt pro Quadratmeter. Die vierte wichtige Größe zur Charakterisierung elektromagnetischer Felder ist die Frequenz (in Hertz) Die elektromagnetische Strahlung, die Sendetürme und Mobilfunkgeräte ausstrahlen bzw. empfangen, liegt im Bereich der Hochfrequenzstrahlung. Innerhalb des gesamten elektromagnetischen Spektrums liegt diese oberhalb von Frequenzen ab 30 kHz, also zwischen der niederfrequenten und der Infrarotstrahlung.

Funktürme, Sendemasten und Mobilfunkgeräte strahlen - je nach Funksystem - mit unterschiedlich hohen Sendeleistungen. Einen Überblick dazu geben Tab. 1 und 2

Tab. 1: Was wird von Funktürmen ausgesendet? (Aus: Bundesamt für Strahlenschutz 1995)

Ortsfeste Funksendestellen werden nur dann zugelassen, wenn die Grenzwerte in den öffentlichen Bereichen eingehalten werden
 

Kenngrößen einzelner Mobilfunksysteme

Bezeichnung der Übertragungsart Trägerfrequenz-
System
typische Leistung der Basisstation
je Kanal
 Bemerkungen
C-Netz 450-465 MHz 8 W oder 35 W analoges Signal
D-Netz 890-960 MHz
GSM-Standard
10 W typisch,
50 W maximal möglich
digital
gepulst mit 217 Hz
E-Netz 1710-1880 MHz
DCS-Standard
10 W digital
gepulst mit 217 Hz
 

Beispiele anderer Funkdienste

 Eurosignal 87 Megahertz typisch bis zu 2000 W Rundstrahlantennen auf hohen Funktürmen europaweite Rufanzeige, Signalton ("Pager", v.a. Deutschland, Frankreich, Österreich)
Cityruf 470 Megahertz 100 W regionale Rufanzeichge mit Ziffern, Signalton
Richtfunk mehrere Frequenzen im GHz-Bereich weniger als 10 Watt realisiert Gesprächsvermittlung und -registrierung innerhalb der Basisstationen des Netzes und der Funknetze untereinander, für Fernsehübertragung genutzt
Betriebsfunk 410-430 MHz 6 W geschlossene Benutzergruppen, z.B. Polizei; Firmen...
Quelle: BAPT:
GSM "Global System for Mobile Communication"; europäischer Standard für zelluläre Mobilfunksysteme, digitale Technik DCS 1800 "Digital Communication System"; europäischer Standard für digitale Mobilfunktechnologie bei 1800 MHz (E-Netz)

 

Tab. 2: Welches System wird für welche Anwendung genutzt? (Aus: Bundesamt für Strahlenschutz 1995)

Anwendung  

Funksystem

 

Geräteklasse

 

Bemerkungen

Schnurloses Telefon 800 - 1000 MHz

CT1, CT2

typisch 10 mW analoges Signal
1.880 - 1900 MHz

DECT

typisch 250 mW digital

gepulst mit 100 Hz

Handies C-Netz

= 450 MHz

typisch bis 0,75 W analoges Signal
D-Netz

= 900 MHz

GSM-Standard

weniger als 2 Watt digital

gepulst mit 217 Hz,

einheitlich in Europa

E-Netz

= 1800 MHz

DCS-Standard

1 W digital

gepulst mit 217 Hz,

geringe Sendeleistung

deshalb enges Netz

Autotelefon/

Portables

C-Netz

= 450 MHz

typisch 5 W (Portables) analoges Signal,

Antenne wird abgesetzt betrieben

15 W (fest eingebaut)
  D-Netz

= 900 MHz

GSM-Standard

2 W digital

gepulst mit 217 Hz

eingebaut mit abgesetzter Antenne (auf dem Fahrzeugdach oder dem Grundgerät)

8 W (Portables)
Quelle: BAPT:
CT1/CT2 "Cordless Telephone": nationaler Standard für schnurlose Telefone, analoge Technik,
DECT "Digital European Cordless Telephone": europaweiter Standard für schnurlose Telefone.
Auf physikalische Details zur elektromagnetischen Strahlung soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden, da umfangreiche Literatur dazu vorliegt (u. a. GSF-Seminarband Elektrosmog, siehe Literaturverzeichnis).

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