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Mobilfunk

Wirkungen des Mobilfunks auf den menschlichen Körper

Hochfrequente elektromagnetische Felder können zwar Atome oder Materien nicht ionisieren, wie dies bei der radioaktiven Strahlung der Fall ist, können aber Atome in Schwingungen versetzen. Dies stellte die Frage nach möglichen gesundheitlichen Auswirkungen für den menschlichen Körper.

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Thermische Wirkungen

Hochfrequente Felder können in den Körper eindringen, die Energie wird dort absorbiert und zu einem großen Teil in Wärme umgewandelt. Eine damit verbundene Temperaturerhöhung im Körper kann - je nach Empfindlichkeit des betroffenen Gewebes - zu gesundheitlichen Schädigungen führen. Ob solche thermischen Wirkungen im Körper ausgelöst werden, hängt dabei maßgeblich von der Höhe der absorbierten Energie ab. Die Höhe der wirksamen Energie im Körper gibt man mit dem sogenannten SAR-Wert an, der "spezifischen Absorptionsrate" (Watt pro Kilogramm Körpermasse).

Im Tierexperiment hat sich gezeigt, dass Wirkungen von hochfrequenter Strahlung erst nachzuweisen sind, wenn sich einzelne Körperteile oder das gesamte Körpergewebe um mehr als ein Grad Celsius erwärmen. Dies entspricht einer SAR-Rate von 2 W/kg.

Bei deutlicher Überschreitung dieser Schwelle können nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz bei Dauerbelastung in Einzelfällen Störungen des Stoffwechsels und des Nervensystems auftreten sowie sich das Krankheitsbild "Grauer Star" ausbilden. Bei sehr starken Feldern kommen im Tierexperiment auch Störungen der Embryonalentwicklung hinzu, die Bildung spontaner Tumoren kann bei chronischer Exposition zunehmen. Die Übertragbarkeit der tierexperimentellen Befunde auf den Menschen ist allerdings nicht gesichert, da entscheidende speziesbedingte Unterschiede vorliegen, wie etwa unterschiedliche Körperbehaarung, Transpiration und Blutfluß.

Unterhalb der Schwelle von einem Grad Celsius sind bisher keine schädlichen Wirkungen durch hochfrequente Strahlung beobachtet worden.

Neben der Höhe der absorbierten Energie spielt auch die Verteilung im menschlichen Körper eine entscheidende Rolle bei der Frage möglicher gesundheitlicher Auswirkungen des Mobilfunks. Es können sich sogenannte "hot spots" bilden, Bereiche im Körper, in denen sich hochfrequente Energie räumlich stark konzentriert und zu einer unzulässigen Erwärmung führt. Dies kann zu Beeinträchtigungen führen.

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Nichtthermische Wirkungen

Seit einigen Jahren gibt es Untersuchungen über sogenannte nicht-thermische Wirkungen hochfrequenter Strahlung auf den menschlichen Körper. Diskutiert werden mögliche Veränderungen der Gehirnaktivität, Veränderungen im Kalziumhaushalt sowie Änderungen von Zellanordnungen und Zellwänden. So wurde zum Beispiel im Labor unter dem Einfluß hochfrequenter Strahlung eine Aneinanderreihung roter Blutkörperchen wie auf einer Perlenschnur beobachtet. Im menschlichen Körper tritt dieses Phänomen aber nicht auf.

Grundsätzlich ist nach derzeitigem Stand des Wissens davon auszugehen, dass die thermischen Wirkungen eindeutig überwiegen. Nichtthermische Wirkungen können zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, es gibt aber bisher auch keine eindeutigen Beweise dafür.

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Wirkungen auf elektronische Geräte

Elektronische Geräte reagieren auf hochfrequente Strahlung sehr viel empfindlicher als der Mensch. So kann der Empfang bei Radio- und Fernsehgeräten durch Mobilfunkgeräte gestört werden. Besondere Bedeutung erhalten diese Wirkungen indirekt auch für die menschliche Gesundheit, wo elektronische Körperhilfen wie Herzschrittmacher oder Hörgeräte betroffen sind. Auch kann die Benutzung von Mobilfunkgeräten in Krankenhäusern empfindliche medizinische Geräte stören.

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