Fachinformation
Mobilfunk

Grenzwerte und Empfehlungen

Grenzwerte

Die Weltgesundheitsorganisation und die Umweltorganisation der Vereinten Nationen haben gemeinsam eine Bewertung der aktuellen wissenschaftlichen Befunde über mögliche gesundheitliche Auswirkungen der Strahlung durch Mobilfunk vorgenommen. Auf der Grundlage dieser Bewertung hat die Internationale Strahlenschutzkommission ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) Grenzwertempfehlungen erarbeitet.

Die sogenannten Basisgrenzwerte wurden aufgestellt, um den Schutz der Bevölkerung vor thermischen Einwirkungen hochfrequenter Strahlung zu gewährleisten. Die Antennen der Mobilfunkgeräte strahlen die hochfrequente Energie in unmittelbarer Kopfnähe ab. Da, wie oben erwähnt, Teilbereiche des Körpergewebes wie zum Beispiel das empfindliche, wenig durchblutete Augengewebe sich inhomogen und übermäßig stark erwärmen können hat man über den Gesamtkörpergrenzwert hinausgehend zum zusätzliche Teilkörpergrenzwerte festgelegt. Eine Übersicht dazu gibt Tab. 3.

Tab. 3: Grenzwerte für den Hochfrequenzbereich für die Allgemeinbevölkerung (Aus: BayStMLU 1997)
Basisgrenzwerte:
SAR-Grenzwerte:
Teilkörpergrenzwert:

0,08 W/kg
2 W/kg

gemittelt über den gesamten Körper
gemittelt über 10 g Körpergewebe
Abgeleitete Grenzwerte für den Frequenzbereich 400-2000 MHz
elektrisches Feld:
magnetisches Feld:
27,5 V/m bis 61,0 V/m (abhängig von der Frequenz)
0,073 V/m bis 0,16 A/m (abhängig von der Frequenz)

Die Basisgrenzwerte schließen eine Erwärmung des Körpers bzw. von Körperteilen um über ein Grad Celsius aus. Bei modernen Mobilfunkgeräten versucht man nun, um diese Grenzwerte sicher einhalten zu können, mit möglichst geringen Sendeleistungen auszukommen. Das Bundesamt für Strahlenschutz geht davon aus, dass bei Handies im D-Netz, die unter zwei Watt Spitzenleistung bleiben, im E-Netz unter einem Watt und im C-Netz unter 0,5 Watt keine gesundheitlichen Gefahren bestehen. Die Einstrahlung der Energie von Mobilfunkgeräten in den Kopf kann zwar je nach Bauform des Geräts und Art der Benutzung sehr stark schwanken. Aber bei Einhaltung der genannten Spitzenleistungen werden die Körpergrenzwerte auch dann unterschritten, wenn das Handie direkt ans Ohr gehalten wird.

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Gesundheitsschutz in der Umgebung von Mobilfunkanlagen

Mobilfunk-Basistationen sind bauliche Anlagen, deren Errichtung nur unter bestimmten Voraussetzungen nach der Bayerischen Bauordnung genehmigungspflichtig ist. Entscheidend für die Frage der Genehmigungspflicht sind Lage und Größe der Anlage. Antennen bis zu einer Höhe von zehn Metern oder Versorgungseinheiten in bebautem Gebiet bis zu 50 m3 Volumen sind zum Beispiel nicht genehmigungspflichtig.

Aber selbst wenn keine bauliche Genehmigungspflicht besteht, müssen Betreiber für den Neubau von Basisstationen mit einer Leistung von mehr als 10 Watt beim Bundesministerium für Post und Telekommunikation eine Standortbescheinigung einholen, mit welcher belegt wird, dass Sicherheitsabstände eingehalten werden.

Rechtliche Grundlage für den Gesundheitsschutz bei Immissionen aus Mobilfunkanlagen ist seit 01. Januar 1997 die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (Verordnung über elektromagnetische Felder). In § 2 steht:

"Zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen sind Hochfrequenzanlagen so zu errichten und zu betreiben, dass in ihrem Einwirkungsbereich in Gebäuden oder auf Grundstücken, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, bei höchster betrieblicher Anlagenauslastung und unter Berücksichtigung von Immissionen durch andere ortsfeste Sendefunkanlagen

1. die in Anhang 1 bestimmten Grenzwerte der elektrischen und magnetischen Feldstärke für den jeweiligen Frequenzbereich nicht überschritten werden und

2. bei gepulsten elektromagnetischen Felder zusätzlich der Spitzenwert für die elektrische und die magnetische Feldstärke das 32fach der Werte des Anhangs 1 nicht überschreitet."

Unter Hochfrequenzanlagen versteht der Gesetzgeber ortsfeste Sendefunkanlagen mit einer Sendeleistung von 10 Watt oder mehr, die elektromagnetische Felder im Frequenzbereich von 10 Megahertz bis 300 000 Megahertz erzeugen. Die genannten Grenzwerte entsprechen den empfohlenen Grenzwerten der INIRC von 0,08 W/kg als Ganzkörper-SAR-Wert und 2 W/kg als Teilkörpergrenzwert pro 10 g Körpergewebe (siehe Tab. 3).

Die Standortbescheinigung erhalten Betreiber nur, wenn sie garantieren können, dass Basisgrenzwerte eingehalten werden (siehe unten). Die Anlagen sind hierfür einer Prüfung zu unterziehen, bei der auch Einwirkungen bereits bestehender Sender in der Umgebung des Standortes berücksichtigt und Mindestentfernungen zur Wohnbebauung angegeben werden. Eine Standortbescheinigung stellt dann das Bundesamt für Post und Telekommunikation aus.

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Empfehlungen für Herzschrittmacher-Patienten

Einige Mobilfunktelefon-Typen können Herzschrittmacher stören, wenn sie in einem Abstand von weniger als 25 Zentimetern zum Schrittmacher gehalten werden. Neue Untersuchungen zeigen, dass beispielsweise bis zu 27% aller zur Zeit implantierten Herzschrittmacher von C-Netz- oder D-Netz-Mobilfunkgeräten beeinflußt werden können, während eine Beeinflussung durch E-Netz-Geräte bislang nicht gefunden wurde. Träger von Herzschrittmachern sollten, um das Risiko einer Störbeeinflussung möglichst gering zu halten, Sicherheitsabstände zum Schrittmacher von 25 cm für ihre Handies bzw. 50 cm bei portablen Geräten einhalten und weitere Fragen mit ihrem behandelnden Arzt abklären.

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