Elektromagnetische Felder
Mobilfunk

Gesundheitliche Auswirkungen beim Menschen
(gesicherte Erkenntnisse)

Es liegt eine schier unüberschaubare Zahl an Untersuchungen und Studien vor. Das Wissen über Wirkungen elektromagnetischer Felder ist daher bereits sehr groß. Gesicherte Erkenntnisse sind vor allem Folgende:

Handynutzung im Auto

Die größte akute Gefahr für die menschliche Gesundheit durch Mobilfunk geht von einer Nutzung des Handys während des Autofahrens aus, nicht durch elektromagnetische Felder im Auto, sondern durch Aufmerksamkeitsverlust. Experimentelle Untersuchungen mit Fahrsimulatoren oder auf Teststrecken zeigten übereinstimmend, dass die Mobilfunk-Nutzung im fahrenden Fahrzeug zu einer Verlängerung der Reaktionszeiten und Bremswege sowie zu einer schlechteren Adaptation an außergewöhnliche Fahrsituationen führt. Diese Befunde decken sich mit epidemiologischen Erkenntnissen zum Auftreten von Verkehrsunfällen. Demnach erhöht die Nutzung eines Mobiltelefons im fahrenden Auto sowohl das allgemeine Unfallrisiko als auch das Risiko durch einen Unfall zu sterben. Dies führte in der Zwischenzeit zum Verbot von Mobiltelefonaten während der Autofahrt, wenn keine Freisprechanlage zur Verfügung steht. Allerdings wird selbst bei Verwendung einer Freisprecheinrichtung die Konzentration während des Fahrens erheblich beeinträchtigt, was zu einem höheren Unfallrisiko führen kann.

 


Wirkungen auf medizinisch relevante elektronische Geräte

Bestimmte elektronische Geräte reagieren auf hochfrequente Strahlung sehr viel empfindlicher als der Mensch. So muss auf indirekte Gefahren und Beeinträchtigungen hingewiesen werden, die mit der elektromagnetischen Beeinflussung von elektronischen oder elektromedizinischen Geräten beziehungsweise von elektrisch betriebenen Körperhilfen zusammenhängen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Funktionsbeeinflussung von empfindlichen Diagnose-/Therapiegeräten. Die Störfeldstärken medizinisch-technischer Geräte werden bereits erreicht, wenn das Mobilfunkgerät in etwa ein bis zwei Meter Abstand betrieben wird. Daher sollte die Verwendung von Mobilfunkgeräten in sensiblen Bereichen unterbleiben, solange die Störsicherheit der Geräte noch ungeklärt ist.

Herzschrittmacher, Insulinpumpen, Nervenstimulatoren

Herzschrittmacher, Insulinpumpen, Nervenstimulatoren und andere elektrisch betriebene Implantate
können durch Funktelefone und Handys beeinflusst werden. Personen mit solchen Implantaten sollten Mobilfunkgeräte nicht in die Nähe der Implantate bringen. Träger von Herzschrittmachern sollten, um das Risiko einer Störbeeinflussung möglichst gering zu halten, Sicherheitsabstände zum Schrittmacher von 25 cm für ihre Handys bzw. 50 cm bei portablen Geräten einhalten und weitere Fragen mit ihrem behandelnden Arzt abklären.
Bei Hörgeräteträgern können Belästigungen durch Brummgeräusche auftreten. Stichproben ergaben eine Störbeeinflussung vieler Hörgeräte bei Benutzung von schnurlosen Telefonen bis zu einem Abstand von 30 cm und durch Handys bis 70 cm. Zum Telefonieren muss das Hörgerät dann abgeschaltet werden.

Andere biologische Effekte und weitere gesundheitliche Auswirkungen

Das Wissen über Wirkungen elektromagnetischer Felder ist aufgrund zahlreicher Studien und Untersuchungen zwar bereits sehr groß. Dennoch gibt es – wie immer in der Wissenschaft – auch hier Bedarf dafür, weitere noch offene Fragen zu klären, das schon vorhandene Wissen also zu mehren.
An dieser Stelle kann daher nur ein erster Überblick zu wichtigen Themenbereichen gegeben werden.

Zu möglichen Veränderungen am Erbgut oder zu fraglicher krebsfördernder Wirkung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern liegen viele Studien aus Tier- oder anderen Laborversuchen vor. Die Ergebnisse sind wenig übereinstimmend oder schlüssig, eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist fraglich. Insoweit besteht weiterer Forschungsbedarf. In einer dänischen Studie (Johansen et al., 2001) wurde das Risiko für Krebs von Mobiltelefonnutzern in ganz Dänemark untersucht. Hierbei wurden 420.095 Mobiltelefonnutzer der Jahre 1982-1995 anhand der zwei dänischen Netzbetreiber identifiziert. Die Nachverfolgung dieser Telefonnutzer begann mit dem Tag des Vertragsabschlusses für das Mobiltelefon und endete am 31.12.1996. Neuauftretende Krebserkrankungen wurden mit dem Krebsregister Dänemarks ermittelt. Etwa 42 % der Nutzer hatten ein Mobiltelefon mit analoger Technik. Die verbleibenden Nutzer hatten digitale Mobiltelefone. Insgesamt wurde kein erhöhtes Krebsrisiko nachgewiesen.

Zu möglichen Effekten auf das Immunsystem, das zentrale Nervensystem und sonstige Körperfunktionen, Befindlichkeiten liegen viele unbestätigte Einzelstudien vor. Sie müssen überprüft werden, weswegen vor allem biophysikalischer Forschungsbedarf besteht.

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